Lx Radio Juni 2026: Sehr geehrte Herrin - im Interview mit Karola Pfaffinger über ihren Film, Feminismus und S€xarbeit
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00:00:47: Willkommen!
00:00:48: Schön, dass ihr eingeschaltet habt bei Lehrradio eurer queer feministischen Radiosendung immer am dritten Sonntag im Monat von fünfzehn bis setzten Uhr.
00:00:58: Heute mit sehr geehrte Herren ein Interview mit Karola Pfaffinger über ihren Abschlussfilm zu Feminismus und Sexarbeit freuen wir uns sehr und außerdem haben Auch eine Künstlerin des Monats, die hört ihr gleich.
00:01:15: So wie ein Bucherzension und ein Newsflash.
00:01:18: Schön das ihr eingeschaltet habt!
00:01:20: Ja, herzlich willkommen auch von mir hier aus dem Studio im FSK.
00:01:25: Unsere Künstlerin des Monates ist... Lena Störfaktor.
00:01:30: Sie hat vor wenigen Tagen ihre neue Single Golden Shower released und ist zudem auf dem kürzlich erschienenen Release namens Deutschrap United Antifa zu hören, der Track ist über achtzehn Minuten lang und es mit vielen anderen Rapperinnen entstanden.
00:01:45: Lena Störfaktors eine Berliner Rapperin die seit den frühen zweitausender Jahren im deutschsprachigen Hip-Hop aktiv ist.
00:01:52: sie gehört klar zum Underground und hat sich dort über viele Jahre unabhängig aufgebaut also ganz ohne Major-Labels im Hintergrund.
00:02:00: Musikalisch bewegt sie sich vor allem am klassischen Oldschool Rap-Style auf mit Pumperbeats und einem eher rauen, direkten Sound.
00:02:08: Ihre Musik wirkt bewusst nicht glatt oder so radio tauglich sondern eher roh und ehrlich produziert.
00:02:15: Sie rappt über gesellschaftliche Themen wie soziale Ungleichheit, Sexismus, Rassismus, Kapitalismuskritik.
00:02:21: dabei verbindet die persönlichen Erfahrungen mit politischen Aussagen.
00:02:25: Viele ihrer Songs haben eine sehr klare Haltung und sind eher Statement-Rap als reine Unterhaltung.
00:02:31: Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass sie neben der Musik auch sozial arbeitet und pädagogische Projekte macht.
00:02:38: Diese Erfahrungen fließen oft in ihre Texte ein und geben ihnen einen sehr realen alltagsnahen Bezug.
00:02:44: Insgesamt kann man sagen, Ihre Musikik ist eher etwas für Leute die inhaltlichen politischen unverstellten Rap mögen, weniger für Mainstream-Hits mehr für klare Haltung und klassische Hip Hop Ästhetik.
00:02:58: Live ist Lena Störfaktor ebenfalls eine Empfehlung!
00:03:02: Wir hören jetzt die neue Single Golden Shower und empfehlen ausdrücklich auch das Musikvideo im Comic-Style dazu.
00:03:10: Das passend zum Song eine sehr ehrliche Abrechnung mit Deutschrap.
00:03:27: Herzlich willkommen.
00:03:28: Wir haben heute die Dokumentarfilmerin Karola Verfinger hier bei uns, die uns etwas über ihren Film sehr geehrte Herren und auch so generell über ihre Arbeit erzählen wird.
00:03:42: Hallo Caro!
00:03:43: Hallo, danke für die Einladung.
00:03:46: Ja erst mal herzlichen Glückwunsch.
00:03:48: Du hast gerade einen großen Erfolg sozusagen Eigenfahren für deinen Film Weil der lief bei der Dreiundzwanzigsten Hamburger Dokumentar für ein Wochen.
00:03:59: Wie gehen Sie damit?
00:04:01: Ja gut, ich habe mich mega gefreut weil ich das Festival auch selber schon seit vielen Jahren eigentlich besuche und es ist generell einfach super schwierig einen Film den man gemacht hat auf einem Festival zu platzieren besonders... Ich habe ja einen mittellangen Film gemacht, also der ist dreiundfünfzig Minuten.
00:04:21: Der passt dann immer nirgendwo rein.
00:04:22: Also die Festivals-Beforzungen halt entweder kurzfilm oder langfilm... Also es ist sowieso schon kann das sehr frustrierend sein dieses ganze Einreichen und deswegen bedeutet mir die Premiere da bei der Dokumentarfilmenwoche voll viel.
00:04:39: Und gerade weil ich das Festival auch selber sehr schätze, weil die sind ja auch als Kollektiv organisiert und zeigen halt wirklich künstlerische und kritische Dokumentarfilme, die einfach jenseits vom Mainstream sind.
00:04:54: Und ich habe da schon sehr viele tolle Filme gesehen und deswegen ist es natürlich eine Ehre wenn man selber das dann auch seinen Platz findet.
00:05:04: genau Und die legen halt auch sehr viel Wert auf das Gespräch mit den Filmemacherinnen.
00:05:09: Also es ist quasi eine Voraussetzung, dass man da ist oder zumindest online dazu geschalten wird, dass es einen Q&A gibt und ein Publikumsgespräch was ich auch toll finde weil so ein Film sollte eigentlich nicht klar der kann für sich alleine stehen aber eigentlich braucht es dazu noch ein Gespräch damit es mehr in die Tiefe gehen kann.
00:05:29: Und auch noch eine Sache, die besonders ist an der Dokumentarfilmwoche.
00:05:32: Ist das, dass die irgendwann mal auch entschieden haben, dass es keinen Preis mehr gibt?
00:05:36: Das heißt, dass nicht ein Wettbewerb ist weil bei den meisten Festivals geht man ja in den Wett Bewerb und konkurriert quasi und kriegt dann normalerweise auch gar kein Screening fee sondern weil man hat ja dann die Chance auf dem auf das preisgeld aber halt nur die Chance.
00:05:55: Und bei denen ist es halt so, dass gibt dann halt keine Chance auf einen Gewinn.
00:05:58: aber dafür ja konkurriert man auch nicht mit seinem Film sondern jeder Film steht für sich und man kriegt dann auch ein Screening Fee bezahlt und ich finde sie haben einfach die so gute Werte.
00:06:10: also ich kann mich damit sehr identifizieren war eine tolle Premiere.
00:06:15: bevor wir zu den inhaltlichen Fragen kommen Machst du uns einmal erzählen, wie du generell zum Film gekommen bist?
00:06:24: Und warum dich jetzt Dokumentarfilmen so begeistert speziell.
00:06:29: Also ich habe davor Ethnologie studiert und ja hab glaube ich allgemein einfach so ein Interesse daran zu verstehen, wie wir sozialisiert sind oder kulturell geprägt sind und wie man unterschiedlich gesellschaft verstehen kann oder Kultur Ja, eigentlich auch kreieren kann.
00:06:51: Und halt in dem Ethnologiestudium das ist ja quasi qualitative Sozialforschung.
00:06:57: Das heißt im Gegensatz zu quantitativer Forschung geht es darum jetzt nicht so für allgemein und der Aussagen oder Statistiken irgendwie anzulegen sondern es geht mehr um dieses individuelle um ein bestimmtes Feld, das man sich anguckt.
00:07:12: Und die so zentrale Methode in der Ethnologie ist ja die teilnehmende Beobachtung und ich glaube, das merkt man halt im Film auch ein bisschen weil der Film jetzt spezifisch sehr, glaube ich davon geprägt ist von dieser ethnologischen Arbeitsweise.
00:07:26: Und Teilnehmene Beobuchtung ist halt so eine Methode, die eigentlich so ein widersprüchliches Verhalten inne hat also dass man quasi Man versucht, eine Nähe zu diesem Feld aufzubauen und gleichzeitig also dadurch dass man so dran teilnimmt und wirklich längere Zeit da drinnen verbringt in diesen Mikrokosmos oder so.
00:07:45: Aber gleichzeitig halt auch ne Distanz ward und damit man eben faked ist das aus einer beobachtenden Perspektive ja also das so analytisch zu beobachten eigentlich genau.
00:07:58: und ich habe dann Im Rahmen des Ethnologiestudiums immer mehr so audiovisuelle Sachen gemacht.
00:08:04: Da gab es dann auch kleine Filmübungen und vielleicht ein bisschen mehr mit einem wissenschaftlichen Ansatz, aber halt schon so mit diesem gesellschaftlichen Fokus und bin dann immer mehr zu diesem Dokumentarfilm eigentlich gekommen und habe dann nochmal beschlossen dass ich aber auch noch mal einen künstlerischen ja, Input oder so haben will und habe dann eben an der HFBK nochmal angefangen Film von vorne quasi noch mal mit einem Bachelor Studium angefangen.
00:08:31: Und ja ich glaube am Dokumentarfilm speziell also ich glaube es ist halt eine Mischung aus.
00:08:38: einerseits ist das so intuitiv gekommen dass sich halt einfach dieses Interesse habe und also gesellschaftlich um Sachen zu verstehen und so mit so einen forschenden Blick irgendwie durch die Welt zu gehen mich mit Sachen zu beschäftigen, die ich irgendwie wichtig finde und relevant.
00:08:53: Und dann aber halt mit dem Medium-Film das so künstlerisch auseinanderzusetzen.
00:09:01: Man kommt einfach oft in Räume und Welten rein, in die man sonst nie kommen würde.
00:09:10: Das schätze sich sehr an dieser Arbeit, weil es einfach ... toll ist und auch diese Begegnungen.
00:09:16: Und manchmal ist es einfach wirklich so ein Clash von verschiedenen Welten, auch je nach Projekt.
00:09:22: aber jetzt in dem Fall war's auf jeden Fall ja auch so dass das schon da haben wir auch darüber gesprochen mit Evelyn, dass es schon einfach verschiedene Welten sind die da aufeinander prallen Und ich finde, das hat eigentlich voll das Potenzial.
00:09:34: Wenn man halt so einen Austausch kommen kann und ja...
00:09:37: Also du hast gerade den Namen Evelyn gedrockt!
00:09:41: Das wissen ja noch gar nicht alle, wer ist eigentlich Evelyn?
00:09:44: Dass es deine Protagonistin aus dem Film oder im Film?
00:09:49: sehr geehrte Herren magst du uns mal erzählen wie kamst du zu der Idee?
00:09:55: Wie kamst Du dazu?
00:09:56: Und wie haste auch diese Person gefunden?
00:10:00: So alles zu deinem Dein Arbeit vor den Filmen sozusagen.
00:10:04: Genau, also ich hab... Als ich dann an der HFBK angefangen habe zu studieren gab's so die erste Filmübung, die alle machen müssen und da habe ich halt einen Film gemacht über... Also da habe mich irgendwie mit dem Thema Sexpuppen beschäftigt und bin dadurch eigentlich irgendwie auf Evelyn gestoßen.
00:10:21: damals schon das ist jetzt echt schon viele Jahre her und weil sie damals so als Ja, Business-Idee irgendwie hatte sie dann so die Idee Sexpuppen anzubieten als also mit denen man aufs Zimmer gehen kann.
00:10:35: Und ja ich fand das damals schon irgendwie so spannend weil ich nicht... mich das so verwirrt hat als feministische Person.
00:10:47: Ich dachte mir, diese Puppen ist die Überspitzung von der Sexualisierung des weiblichen Körpers eigentlich.
00:10:54: und dann war es aber spannend zu merken vor Ort dass Evelyn das halt voll die schlaue Business-Idees weil sie ja vielleicht weniger arbeiten muss und ihren Körper, also weil die Männer diese Pappen benutzen können Perspektivwechsel war halt total spannend.
00:11:11: Und ich habe damals in dem Film, es waren nur ein Kurzfilm und da ging's auch dann wirklich mehr um diese Puppen und die Arbeit damit.
00:11:18: aber wir haben natürlich auch dann schon längeres Interview geführt mit Evelyn und da hab' ich auch schon gemerkt, da gäbe so vieles an ihrer Arbeit auch was halt super spannendes.
00:11:28: Aber was jetzt in meinem Film halt keinen Platz findet dass ich dann eigentlich über die Jahre, hab' ich halt immer mal wieder an sie zurückgedacht.
00:11:35: Und das lief halt auch alles gut da mit dem Filmfreck.
00:11:37: Sie war super offen.
00:11:38: also man muss ja auch erst einmal Menschen finden, die Lust darauf haben an so was teilzunehmen sich zu öffnen und jemanden so reinzulassen in die eigene Welt.
00:11:47: Also als es dazu meinem Bachelor-Abschlussfilm kam dachte ich dann so Ja, ich mach das jetzt!
00:11:51: Ich habe jetzt irgendwie Lust mich da nochmal tiefer zu befassen Mit ihrem Arbeitsalltag Als Sexworker und Dominer Genau.
00:12:00: Und ja, so kam das eigentlich...
00:12:02: Wie hieß der erste Film mit den Sexpuppen?
00:12:05: Der
00:12:06: hieß Thermoplastische Elastomere!
00:12:09: Warum?!
00:12:10: Weil also das bezieht sich auf das Material.
00:12:12: Also es geht halt in dem Film auch... Ja, um diese Materialität eigentlich von diesen Puppen.
00:12:18: Weil einerseits sind das so Körper die aussehen fast wie Menschen und es war auch manchmal beim Dreh so dass man guckt so um die Ecke und dann sieht man da so einen Fuß und man wusste nicht genau.
00:12:27: also manchmal hat man echt kurz zum Augenwinkel gedacht so sitzt da jemand?
00:12:30: Ah nee doch nicht!
00:12:32: Aber gleichzeitig ist es ja nur dieses Material Und Evelyn hat auch immer so davon gesprochen, es ist eigentlich nur ein großes Sex-Spielzeug.
00:12:39: Aber ich finde das so ambivalent und deswegen habe mich damals für den Titel entschieden.
00:12:45: Er ist ein bisschen sperrig!
00:12:48: Ja aber jetzt wo du selbst... Also ich hab den Film ja auch gesehen und mir ist so sehr gedechnis geblieben wie dieses Hexpucken gewaschen werden.
00:13:00: Also, und das hat ja auch mit dem Material zu tun.
00:13:02: Aber wie dein Blick darauf sozusagen, wie du das so eingefangen hast, fand ich sehr spannend.
00:13:08: Ja, dass runterzubrechen oder... Ja!
00:13:12: Und das verbindet das ja auch so ein bisschen dieser Blick mit deinem neuen Film.
00:13:17: Du hast jetzt erzählt, wie Du Evelyn gefunden hast und wie Du dazu kamst?
00:13:23: Und jetzt, wenn ihr die Frage so welche Überlegung also auch aus so einer feministischen Grundhaltung heraus, hast du dir sofort im Projekt gemacht und wie sind die in den Filmeigenflossen?
00:13:37: Und ja, hast Du dir viele Gedanken um das Thema Sexarbeit, Prostitutionen.
00:13:42: So diesen Diskurs der ist ja oft auf sehr aufgeladen moralisch und sehr verherrte teilweise.
00:13:50: Wie hast Du Dir da Gedanken gemacht oder einen Zugang dazu gefunden?
00:13:55: Ja also Ich hab mir viele Gedanken gemacht.
00:14:01: Zu der Zeit war auch noch mal mehr in den Medien die politische Diskussion, ist ja jetzt eigentlich immer wieder ein Thema diese Idee das nordische Modell einzuführen und so was habe ich mich auseinandergesetzt aber auch... ...ich habe auch Filme geguckt, Kurzfilme zu dem Thema aus verschiedenen Jahren und so um auch zu sehen okay was gibt es eigentlich schon für Positionen?
00:14:23: Da ist ja auch mein Bachelorfilm habe ich ja auch eine Bachelorarbeit geschrieben und hab mich da dann noch mal viel mehr theoretisch auseinandergesetzt mit, woher kommt eigentlich diese krasse Stigmatisierung?
00:14:38: Was sind so die Ursprünge davon?
00:14:40: Und auch ein bisschen historisch der Begriff Hure.
00:14:44: Das war ein Part... Also kann ich auch mehr dazu sagen gleich.
00:14:49: Gerne!
00:14:51: Genau, und halt natürlich auch so Überlegungen wie zeige ich Evelyn oder wie auch in Absprache mit Bo die Kameraperson.
00:15:01: So dass man nicht den Mailgaze irgendwie so wieder reproduziert oder das es halt nicht sowohl juristisch-erotisch ist sondern ja... Dass man sich halt genau überlegt wie zeigen wir sie visuell?
00:15:13: aber was wird auch thematisch hervorgehoben?
00:15:15: Und ich meine Sexarbeit ist einfach tabuisiert, stigmatisiert und gibt es eigentlich schon immer.
00:15:22: Aber gilt halt einfach als unmoralisch und unsinnlich und ist einfach so abseits der Norm.
00:15:30: Man hat das ja bis heute auch dieses Bild wenn Frauen ihre Lust selbst bestimmt ausleben dass sie oder sehr aktiv dann gleich mal schnell als Hohle bezeichnet werden während Männer dafür eher gefeiert werden.
00:15:45: Das merkt man halt auch, also dieses Ambivalente.
00:15:48: Merkt man im Umgang mit Sexarbeit das ja auf der einen Seite ist es gibt diese Konstruktion der moralischen Verwerflichkeit und auf die anderen Seite wird's aber auch legitimiert.
00:15:59: Sexarbeit und zwar durch diese Idee dass Männer einfach so'n natürlichen Trieb haben Und der muss halt befriedigt werden So bei Mannes ist irgendwie okay Aber die Frauen werden mega ausgegrenzt aus der Gesellschaft Die diese Arbeit dann ausführen Ja, und ich habe mich dann auch so auseinandergesetzt mit der geschichtlichen Konstruktion des Frauenbildes.
00:16:22: Also um halt eben diese Ursprünge von der Stigmatisierung besser zu greifen... Ich kann ja mal kurz darauf eingehen, ich will jetzt auch nicht zu sehr ausschweifen aber es sind halt so verschiedene Sachen, so einmal natürlich christliche Einflüsse das auch allein schon in der Bibel die Frau an letzter Stelle kommt.
00:16:40: also ist immer Gott Christus, Mann und Frau.
00:16:45: Und dann so während der Aufklärung im achtzehnten Jahrhundert gab es halt diese Ideen von also erstmal so das Konzept Natur und Kultur und dass man die Natur überwindet durch Kultur und Natur steht aber für die Frau und ihre irrationalen gefühlsgelenkten Eigenschaften Genau, während dann halt Kultur eher für den rationalen männlichen Verstand steht.
00:17:12: Der quasi die Frau bändigen muss oder diese negativen Angeblich-Eigenschaften der Frau bendingen muss und um das zu kontrollieren.
00:17:24: Und das hat so ein binäres, patriarchales Konzept auch gestärkt.
00:17:28: Also der Begriff Hure bezieht sich halt auch auf dieses irrationale Unkontrollierte, also eine sexuell unabhängige Frau und war auch schlichtlich gesehen oft so ein Begriff für ne Frau die jenseits von der gesellschaftlichen Norm lebt.
00:17:44: Und ja dann natürlich dann so aufkommende Konzepte der romantischen Liebe und so und auch so dieses christliche Wert, da wehrt das Liebe als höchstes Gut haben das halt noch mehr verstärkt, dass es so guten Sex gibt und wertvollen Sex, der in der Liebe stattfindet.
00:18:01: Und diesen schamlosen unmoradischen Sex, die außerhalb davon stattfindete.
00:18:06: Natürlich hat sich auch viel schon gewandelt aber es ist ja trotzdem so, diese ganzen Konzepte kommen irgendwo her und sind immer noch irgendwo in den Köpfen drin.
00:18:14: Das merkt man an so vielen Sachen!
00:18:17: Eigentlich muss halt diese Arbeit, also diese Sexarbeit muss eigentlich als das gesehen werden was sie ist nämlich halt Arbeit und es ist halt eine Dienstleistung die angeboten wird.
00:18:27: Eine sexuelle gegen Geld und ja um wenn man halt diese Stigmatisierung irgendwie überwinden will und das ist halt auch so bisschen meine Motivation dann hinter sowas wenn ich so ein Film mache dann finde Ja, es braucht halt so Einblicke und es müssen irgendwie Leute einen Einblick bekommen um zu verstehen.
00:18:50: Um eigentlich mit ihren eigenen Vorurteilen und Gedanken irgendwie konfrontiert zu werden und die auch zur Hinterfragen.
00:18:58: Und ich finde halt... Also wenn ich jetzt von Sechsarbeit spreche dann spreche ich von selbstbestimmter Sexarbeit.
00:19:03: Das ist natürlich ganz wichtig weil ja damit habe ich mich halt befasst.
00:19:07: Natürlich für mich ist eine Zwangsprostitution ist keine Arbeit.
00:19:11: Das ist ein Zwang, das ist... Ausbeutung?
00:19:14: Das ist Ausbeuchtung!
00:19:15: Das ist nicht das, worüber ich jetzt hier spreche, sondern ich spreche wirklich von Menschen Flinders die sich entscheiden das zu machen und selbstbestimmt ihre eigene Chefin quasi sind.
00:19:29: unter kapitalistischen Zwängen sozusagen stehen, also sie sind ja nicht außerhalb.
00:19:35: Genau und das wollte ich gerade sagen dass ich halt finde, dass dann nicht Sexarbeit da irgendein Problem darstellt sondern die Strukturen in denen es halt passiert und das ist ja eigentlich das was es so dann prekär macht.
00:19:47: oder die Stigmatisierung so das erzählt Evelyn auch im Film zum Beispiel davon wie sie halt zum Beispiel keinen kredit bekommen würde obwohl sie hat ja geld aber sie kriegt halt kein kredit weil die banken solche leute nicht wollen.
00:20:00: also oder Ja auch wenn man eine wohnung mietet oder so ist es ja in so vielen ställen wird man halt benachteiligt oder stigmatisiert.
00:20:10: Genau und ja und diese ganzen sachen sind natürlich irgendwie den film eingeflossen.
00:20:15: insofern also jetzt nicht dass ich dieses historische so beleuchtet habe sondern eher ja dem ich Die Fragen, die man stellt oder wie der Film geschnitten ist.
00:20:24: Welche Themen hervorgehoben werden?
00:20:26: So fließen diese feministische Grundhaltung mit rein.
00:20:32: Ach ja und was ich auch noch sagen wollte ... Warte kurz!
00:20:35: Mir war wichtig sie nicht zu victimisieren oder so oder dann dieses klassische Bild wiederzureproduzieren.
00:20:42: Diese arme Frau muss ihren Körper verkaufen.
00:20:45: Und gleichzeitig trotzdem irgendwie das Ambival- ... Also genau einerseits... diese Professionalität zu zeigen und respektvoll sie zu zeigen.
00:20:54: Und gleichzeitig aber auch das nicht zu romantisieren, weil es ist halt ambivalent wie alles.
00:21:02: Es ist halt nicht so schwarz-weiß also es ist nicht perfekt.
00:21:05: natürlich ist sie da auch irgendwie reingerutscht und hätte sie vielleicht andere Möglichkeiten gehabt.
00:21:09: Das kommt auch im Film vor wer weiß dann hätte sich halt vielleicht auch andere Sachen gemacht wenn sie jetzt irgendwie reiche Eltern gehabt hätte oder so.
00:21:17: Also dass Man muss, ja... man muss, finde ich, diese verschiedenen Seiten sehen und ich will es halt nicht dramatisieren oder auch nicht dramatisiere.
00:21:25: Irgendwie das war so der Versuch im Film!
00:21:28: Ja erst mal vielen Dank Karo, dass du uns da schonmal mitgenommen hast in deiner Arbeit.
00:21:35: Wir spielen jetzt ein bisschen Musik Und dann hören wir uns gleich wieder.
00:21:52: Das war Lena Störfaktor mal wieder.
00:21:56: Und jetzt geht es weiter hier auf, oder auf fsk-haha.org mit unserem Interview zu dem Film.
00:22:07: Sehr geehrte Herrin von Karola Pfaffinger Genau.
00:22:12: Falls dir die Sendung nicht von Anfang an gehört habt, könntest du sie auch nachhören auf allen euren lieben Podcast-Plattformen oder auf reie-radios.net.
00:22:23: Ja willkommen zurück bei Alex Radio!
00:22:26: Wir haben heute Herr Olaf Raffinger,
00:22:29: K.O.,
00:22:30: wenn ich dich?
00:22:32: Sehr freundschaftlich zu Gast und wir reden über den Film sehr geehrte Herren, dein Bachelor Abschlussfilm an einer FBK.
00:22:44: Und kannst du, wir haben gerade so über Sexarbeit, über feministische Haltung dazu ein bisschen historisch gesprochen, kannst du uns nochmal so konkret einen Blick in den Film geben und die Dreharbeiten?
00:23:02: Wie müssen wir uns das vorstellen wenn wir jetzt den Film noch nicht gesehen haben?
00:23:06: also wir befinden uns irgendwie Domina Studio bei einer selbstständigen Dominer.
00:23:19: Wie war das so?
00:23:20: wie viele Leute wart ihr beim Dreh und so weiter?
00:23:24: Genau also wir waren zu dritt also Regie ich dann Kamera und Ton Und auch ein gemischtes Team.
00:23:37: Wir waren insgesamt, glaube ich, so zehn oder elf Tage da und aber in drei Blöcken.
00:23:42: Also jeweils so drei vier Tage am Stück vor Ort und auch teilweise echt so ganze Tage dann verbracht.
00:23:50: Und das ist halt wie eine Wohnung.
00:23:52: im Endeffekt also einfach verschiedene Zimmer ne kleine Backstage-Bereich mit Küche und Sofa Und es war halt, ja wir waren im laufenden Betrieb da.
00:24:06: Die können ja nicht da jetzt plötzlich aufhören und natürlich im Film kommen nur zwei Sexarbeiterinnen vor aber das sind eigentlich noch viel mehr die da arbeiten.
00:24:15: Aber die meisten, also es wollte halt niemand im Film vorkommen nicht mal einfach gar nicht weil... Aus Gründen, die sich auch jeder denken kann.
00:24:25: Dass teilweise ein Doppelleben geführt wird, weil man so stigmatisiert wird oder sie haben Kinder und können das nicht offen kommunizieren, weil die sonst gemobbt werden?
00:24:37: Das heißt, da war eigentlich ganz schön viel los und dann wir noch als Filmteam da.
00:24:41: Wir haben dann so ein eigenes Zimmer für uns bekommen netterweise wo wir die ganze Technik lagern konnten und wo wir uns auch immer mal so verstecken konnten weil halt dann ja auch man muss das halt die ganze Zeit so organisieren Dann kommt irgendwie einen Gast dann müssen wir natürlich irgendwie von der Bildfläche verschwinden Und halt auch immer hören so wann sind jetzt im Zimmer?
00:25:01: Wann ist die Luft wieder rein?
00:25:02: Man könne wir wieder raus.
00:25:06: Aufregend auf jeden Fall und auch oft ein bisschen absurde Situationen einfach, die da so entstanden sind.
00:25:12: Weil man dann so die Gespräche teilweise mitgehört hat oder so.
00:25:16: Genau das ist halt viel... Man musste einfach viel absprechen und Rücksicht nehmen und wir mussten einfach glaube ich viel so bereit sein wenn es gerade passt zu drehen.
00:25:27: Dann aber auch wieder warten und rumsitzen und
00:25:30: ja sozusagen auch Stimmen aufgenommen
00:25:34: von den Gästen meinst du?
00:25:37: Es war auch so eine Boostentscheidung, die Gäste.
00:25:40: Das fragen mich nämlich ganz viele Leute wieso eigentlich keine Männer da drin vorkommen.
00:25:45: und irgendwie also die Frage ich habe mir die vielleicht mal ganz am Anfang kurz gestellt aber irgendwie so richtig ernsthaft nicht weil das war gar nicht das was mich interessiert.
00:25:53: Ich hab auch das Gefühl jeder Kann sich das grob vorstellen, warum man jetzt da hingeht als Mann.
00:25:58: Also diese Perspektive finde ich irgendwie gar nicht so spannend sondern mich interessiert ja die Arbeit und der Arbeitsalltag Und auch das woran man nicht sofort denkt Sondern dass was Ich vor Ort also überraschend empfunden habe oder so.
00:26:10: und Ja manchmal hört Man die auf der Tonebene aber Das ist auch so ein bisschen anonymisiert und mehr recht viel mehr kommen die eigentlich nicht voraus halt über so E-Mails, wo eben abgesprochen wird was die Wünsche sind.
00:26:23: Das sind dann teilweise so ellenlange Listen.
00:26:29: Was so die Wündchen und Vorstellungen sind, was ich auch irgendwie überraschend fand dass das dann so förmlich per E-mail wie eine andere Arbeit halt auch.
00:26:39: Ja und oft, also er will den arbeitet auch einfach schon viel.
00:26:43: Also die ist ab morgens um acht dann tatsächlich schon da weil die meisten würden ja jetzt vielleicht denken oder habe ich jetzt oft so wahrgenommen dass mich viele Leute mir gesagt haben das sie dachten das es so abends stattfindet.
00:26:54: aber das ist gar nicht so.
00:26:56: Es fängt der Tag fänglich morgens am acht an im Studio und dann ist manchmal auch um zehn schon der erste Termin und zwischendrin muss natürlich viel passieren.
00:27:06: Das Zimmer wieder aufgeräumt werden Er will ihn selber, muss sich wieder irgendwie waschen umziehen und so weiter.
00:27:14: Outfitwechsel dann zwischendurch noch mal ein paar E-Mails beantworten und dann vielleicht in eineinhalb Stunden kommt schon wieder der nächste Gast oder so.
00:27:21: Und so muss man sich das vorstellen dass halt ja wir halt immer so zwischen drin zwischen den Gästen quasi halt schnell drehen mussten.
00:27:29: Und wenn dann auch noch andere Frauen vor Ort waren, die ja auch noch anderen Gäste zu anderen Zeiten haben.
00:27:34: Dann musste man das alles so werden wie ein Timetable wann wir was machen können und genau und wichtig.
00:27:41: oder es war halt wirklich auch ich habe vorher schon über dieses ethnologische Teilnehmende Beobachtungen so gesprochen und das war in dem Film jetzt.
00:27:50: Also der ganze Film ist sehr geprägt von dieser Methode eigentlich, würde ich fast sagen.
00:27:54: Das ist jetzt auch nicht immer so beim Dokumentarfilm aber in dem Fall war es halt so und ich finde man muss das ein bisschen auch dem Thema anpassen wie man da vorgeht und wir haben einfach sehr viel Zeit verbracht und uns fast schon irgendwie ins Bild eingefügt und damit man alle gemeinsam auch ein bisschen warm wird viel so beobachtet, was sind eigentlich die Abläufe?
00:28:17: Was ist hier eigentlich ... Also weil man halt davor immer seine eigenen Vorstellungen bevor man anfängt.
00:28:23: Aber man muss ja dann erst mal eine Weile das beobachten um überhaupt zu verstehen, was passiert da eigentlich die ganze Zeit!
00:28:31: Und da ist quasi so fast wie so ein Recherche-Dreh.
00:28:34: Gibt es ja auch, dass man das macht?
00:28:35: Ist so ineinander geflossen mit dem richtigen Dreh.
00:28:38: also wir haben einfach dann schon angefangen zu drehen aber es war gleichzeitig irgendwie noch so ein bisschen warm werden und recherchieren und rausfinden was ist jetzt eigentlich?
00:28:46: was ist das spannende?
00:28:47: was will ich im Film zeigen?
00:28:50: und Ich habe mir dann halt auch oft überlegt in welchen Situationen stelle ich welche Fragen Im Laufe der Drehs und der drei Drehblocks halt dann auch immer präziser.
00:29:02: sowas will ich wissen.
00:29:04: Und in welcher Situation stelle ich die Fragen?
00:29:05: Weil ich das irgendwie ganz gerne mochte, wenn sie so aufräumt oder Sachen quasi macht, die sie eh macht... ...und dabei dann was erzählt zu einem bestimmten Thema, was ich mal vorher überlege.
00:29:16: Ja!
00:29:19: So hat sich das entwickelt.
00:29:22: Gab's so bestimmte kuriosen Situation oder andere was, wo du dich so doll dran erinnerst, dass du dich super überrascht hast.
00:29:32: Oder wo du einfach wirklich lachen musstest, weil das irgendwie überraschend war?
00:29:39: Ich fand es mega überraschen, dass sie sehr alte Stammgäste zum Beispiel hat.
00:29:45: Oder dass sie dann auch ... Ja, so kleine Mitbringstel irgendwie.
00:29:50: Dann hat sie so Pralinen gehabt für den einen als Weihnachtsgeschenk oder ja so eine... Also sie pflegt schon ihre Kontakte und macht das auch gut?
00:30:02: Und ich glaube nicht damit gerechnet dass die so ganz langjährige alte Kunden diese zehn Jahren zu ihr kommen.
00:30:10: aber eigentlich macht es ja auch voll Sinn.
00:30:14: Kuriosem Moment hatten wir auf jeden Fall einige, weil ... Wir waren ja die ganze Zeit irgendwie da und man kriegt ja einiges mit.
00:30:21: Oder manchmal einmal war es auch so dass es soweit ging das ich irgendwie wie eine Hausdame dann die Tür aufmachen musste oder es hat halt geklingelt Und Evelyn meinte wenn sie gerade im Termin ist soll ich rangehen weil es könnte die Couch sein, die geliefert wird.
00:30:33: Und dann, ich so klar, kein Problem mache ich.
00:30:36: Dann bin ich an diese Anlage gegangen und sie hat auch eine kleine Kamera wo man sehen kann ob da unten jemand ist.
00:30:44: Und dann habe ich schon so gecheckt, dass es nicht die Couch ist und dann war das halt so Laufkundschaft.
00:30:49: So ein Typ der meinte er kommt jetzt mal eben vorbei... ...und das machen sie halt gar nicht!
00:30:52: Die machen nur auf Terminbasis.
00:30:54: und dann mache ich so... Nee, das picken wir hier nicht an!
00:30:57: Wir müssen einen Termin machen online per E-Mail.
00:31:01: Das war schon lustig weil sich das da wirklich alles so bisschen vermix hat und dann auch so dachte ich so ja teilnehmende Beobachtung ist jetzt auf jeden Fall wirklich... Kann man jetzt schon sagen?
00:31:13: Und einmal wurde dann tatsächlich die Couch geliefert, einem anderen Tag oder vielleicht auch der gleiche Tag.
00:31:20: Dann kamen da zwei Männer, glaube ich, das, die das so hochgetragen haben und wir saßen halt in diesem Küchenbereich.
00:31:30: und dann hat er sich so umgeguckt und meinte, ja ist das hier ein Tattoo-Studio?
00:31:35: Und dann meinte Evelyn halt so flapsig, will es mich verarschen!
00:31:41: Und dann hat er aber zu uns so suchend geguckt und unsere Hilfe suchend angucke.
00:31:46: Die verarscht mich, oder?
00:31:47: Und wir so ... Nee!
00:31:50: Das ist ein Puff.
00:31:52: Am Ende hat er sogar noch eine Visitenkarte mitgenommen.
00:31:56: Ja also schon sehr lustige Situationen Er lebt auf jeden Fall.
00:32:04: Manchmal fühlt man sich dann ja auch so ein bisschen deplatziert, also in der Situation dachte ich, jetzt sitzen wir hier mit unserer Kameratechnik und er denkt irgendwie es ist ein Tattoo-Studio!
00:32:13: Es war eine sehr lustige Situation.
00:32:16: Fällt mir noch was an?
00:32:17: Einmal haben wir auch gewartet bis wir drehen können weil ne andere Drift von den Frauen gerade in einem der Zimmer halt war und wir mussten in diesem Zimmer etwas drehen Und dann waren wir in der Küche und die Küche hat aber keine Tür, das heißt man hört einiges.
00:32:34: Dann haben wir halt die ganze Zeit gewartet schon, weil der Termin sollte eigentlich schon vorbei sein.
00:32:38: Und dann haben wir einfach
00:32:40: mit
00:32:40: gehört dass der Typ nicht zum Orgasmus kommt.
00:32:46: Das war auch eine sehr seltsame Situation, weil wir irgendwie so gefühlt jedes Wort gehört haben und so mitgefiebert haben.
00:32:53: Man ist
00:32:54: es jetzt soweit!
00:32:57: damit wir echt nicht da unser Zeug drehen.
00:32:59: Und ja, es war schon ... Man war irgendwie mittendrin.
00:33:02: Ja,
00:33:03: weil fast schon so anfällig.
00:33:05: Komm schon!
00:33:06: Du schaffst!
00:33:07: Genau so war's halt.
00:33:08: Ach so...
00:33:14: Und ihr habt dann abgedreht und dann kam die Zeit des Schleimens?
00:33:23: Wie war das so?
00:33:25: Da fangen da noch so viele Entscheidungen und sieht man das jetzt schneidet.
00:33:31: Welchen Fokus?
00:33:33: Also
00:33:34: es war eigentlich so, dadurch dass ich in drei Blöcken gedreht habe und dazwischen waren immer ein paar Wochen Pause, dass ich schon nach dem ersten Dreh angefangen hab zu sichten was haben wir jetzt für Material?
00:33:44: dann habe ich schon erste Sequenzen versucht zu schneiden zu gucken in welche Richtung kann es gehen Dann wieder neue Entscheidungen getroffen.
00:33:50: Also der Prozess schneidens hat eigentlich schon mit dem ersten Dreh nachdem erst Dreh eigentlich schon angefangen.
00:33:56: Genau und so ging es dann auch weiter, dass ich immer mehr dann nach dem zweiten Dreh habe Ich noch mehr so bisschen schon So gecheckt.
00:34:03: okay was hab ich hier schon?
00:34:06: Was ist schon da?
00:34:06: Was könnte das werden?
00:34:07: Was brauche ich noch für den letzten Drehblock?
00:34:11: Und und dann Ist das irgendwie ein sehr intuitiver Prozess gewesen, weil das war ja jetzt auch ein Film der eher so schon überwiegend beobachtend dokumentarisch irgendwie ist.
00:34:25: Wo ich zwar auch drin vorkomme aber es ist nicht so inszeniert sondern wir sind viel mitgegangen mit dem Alltag und da bin ich halt so bisschen dem Material irgendwie gefolgt also so intuitiv was das Material was wir hatten hergibt Und ich glaube dadurch eigentlich, ja es war halt so ein Prozess von schon mehreren Monaten würde ich sagen.
00:34:52: Wo man dann immer wieder ... Dann hat man den ersten Rohrschnitt, dann zeigt man auch in der Uni mehrere so bei uns nennt man das Gruppenkorrektur dass man den Film den Rohschnitt zeigt und dann Feedback bekommt.
00:35:04: Und dann wurde es halt immer kompakter und dann muss man halt immer mehr rausschmeißen.
00:35:09: Das ist natürlich immer das schwierigste finde ich persönlich weil man selber ja viel zu nah dran ist am Material und dann denkt auch jetzt haben wir das extra gemacht.
00:35:18: Wir haben zum Beispiel einen Tag, da haben wir ich glaube Nachmittags angefangen oder so oder im späten Nachmittag und dann bis also stundenlang so Aufnahmen im Auto gefilmt.
00:35:28: die waren sehr aufwendig total alle allen war kalt es war mitten im Winter.
00:35:34: Ich wusste eigentlich ziemlich schnell dann im Schnitt, dass das absolut keinen Platz im Film
00:35:39: findet.
00:35:41: Und das tut natürlich ein
00:35:42: bisschen weh dann
00:35:43: oder so.
00:35:45: Aber von den Gesprächen her war mir glaube ich... Also es war jetzt nicht so schwer festzustellen was ist mir wichtig zu zeigen?
00:35:54: Das Schwierige ist eher das zu kürzen und eine gute Länge zu finden.
00:35:59: Das war halt dann viel im Gespräch mit dieser Länge.
00:36:01: So, was mache ich jetzt mit diesen fünfzig Minuten?
00:36:03: Weil das eben so eine schwierige.
00:36:06: Leider finde Ich weil es ist leider eine schwierigen Länge für Festivals.
00:36:09: aber es ist eigentlich finde ich der Film fühlt sich für mich halt so irgendwie richtig an und dass sagen auch viele Leute geben mir auch das Feedback Und ich glaube man hätte ihn jetzt auch künstlich verlängern können irgendwie auf Krampf.
00:36:22: Aber da habe ich mich dann halt auch dagegen entschieden und ich wollte es dann auch abschließen.
00:36:27: Aber das heißt halt auch, dass man viele Ablehnungen bekommt von Filmfestivals.
00:36:31: Also ich meine es ist sowieso auch schwierig.
00:36:33: mit einem Kurzfilm oder mit einem langen Film kann es sehr schwer sein aber es macht auf jeden Fall nicht leicht.
00:36:39: und ja solche Sachen pflegten dann hat's aber auch noch eine Weile gedauert bis da wirklich alles fertig war.
00:36:47: Es ist einfach so ein intuitiver Prozess.
00:36:50: Wie war das denn mit Enveningen?
00:36:55: Protagonisten in dem Film und du bist in ihre Welt gekommen sozusagen, sie hat euch da reingelassen.
00:37:02: Hat sie da irgendwie den mal vorher angeschaut?
00:37:06: oder hat sie gesagt nö ich möchte das gar nicht?
00:37:09: Also hat sie dir am Ende nochmal Feedback gegeben?
00:37:12: Fühlt wie war das so?
00:37:15: Ja also wir hatten eigentlich die Absprache dass wir... Dass ich ihr keinen Ruhschnitt zeige sondern dass ich ihr den fertigen Film zeige.
00:37:23: Und ja, weil es ist immer so ein zweischneidiges Schwert.
00:37:26: So einerseits will ich natürlich auch auf jeden Fall das Steps zu tun.
00:37:29: Ist den auch gefällt?
00:37:31: Auf der anderen Seite ist es halt... Ja man selber ist ja auch schnell mal sehr eitel oder denkt dann so oh da sehe ich jetzt aber blöd aus!
00:37:39: Das können wir so nicht nehmen.
00:37:40: oder Es ist bisschen schwierig und ich war sehr froh und dankbar darüber dass sie mir da meine.
00:37:45: also Sie hat von Anfang an dann auch gesagt so das ist dein künstlerisches Projekt du machst das.
00:37:51: Also sie hat mir das auch so überlassen sozusagen, die Entscheidungsmacht.
00:37:56: Über wie der Film ist genau und wahrscheinlich ja es war halt auch schon vertrauen da weil wir ja schon mal diesen Kurzfilm zusammen gemacht haben und sie vielleicht auch wusste so ich mache da jetzt nichts was sie schlecht dastehen lässt Und das habe ich auch mehrmals.
00:38:09: also es hat sich auch Vertrauen entwickelt über diese Dreharbeiten.
00:38:12: Da wird sie schon auch dann gemerkt haben so worum geht's mir eigentlich?
00:38:16: Und auch die Fragen die ich stelle und so sehe Ich glaube Sie hat sich dadurch ja auch irgendwie voll gehört gefühlt und das waren ja auch viele Themen, die sie auch gerne glaube ich besprechen wollte.
00:38:26: Und wo sie auch gern will dass es Menschen wissen in der Gesellschaft und deswegen hat sie mir da echt freie Hand gelassen und sie hat den Film dann natürlich gesehen als er dann ganz komplett fertig war Und sie war eigentlich sehr begeistert, es war ein sehr positives Feedback zum Glück.
00:38:42: Das ist immer der schlimmste Moment darauf zu warten.
00:38:46: aber sie meinte auch noch dass sie so spannend findet wie was für eine Ruhe im Film herrscht weil das ja natürlich die Dreh der Dreh war ja total hektisch weil wir ja die ganze Zeit gucken mussten und das sollte aber natürlich im film nicht so drüber kommen und da ist es auch nicht.
00:39:01: und genau das fand hat sich irgendwie so positiv verfolgehoben und sie war sehr begeistert
00:39:10: Ja, schön.
00:39:10: Danke dir!
00:39:11: Das war so unser zweiter Teil vom Interview.
00:39:14: Wir kommen gleich nochmal wieder aber spielen erst mal ein bisschen Musik.
00:39:29: Ja wir kommen zurück bei Alex Radio.
00:39:31: Wir haben heute Caro zu Gast im Studio sozusagen.
00:39:37: Wer ist vorab produziert?
00:39:38: Es geht zu.
00:39:40: Er produziert es gerade vorher, aber ja wir haben jetzt über ...
00:39:46: Ja
00:39:46: deine Arbeit so mit Dokumentarfilm oder Film oder teilnehmender Beobachtungen auch gesprochen über deinen Bachelor Abschlussfilmen.
00:39:56: sehr geehrte Herren und im Jahr jetzt kommst du mal zum bisschen allgemeineren Themen.
00:40:02: Du studierst ja noch an der HFBK Im Master
00:40:06: Genau.
00:40:06: Wie ist das so für dich?
00:40:08: Ich würde ja sagen, du würdest dich als Feministin bezeichnen.
00:40:12: Auf jeden Fall!
00:40:13: Also würde ich sagen, Feminismus spielt schon eine Rolle in deiner Arbeit und deinem Leben.
00:40:22: Ja...
00:40:22: Wie ist es so für Dich als Studierende eines solchen Studiengangs und als Person die jetzt so einen Film gemacht hat?
00:40:32: Und was bedeutet das für
00:40:34: DICH?!
00:40:38: Es ist halt schon so, als ich an der HFBK angefangen habe.
00:40:43: Also hat sich auch recht schnell dann eine kleine feministische Gruppe eigentlich gebildet.
00:40:48: Das ist dann alles ein bisschen zerlaufen.
00:40:50: aber weil wir halt auch festgestellt haben okay hier sind natürlich genau wie in allen möglichen anderen Räumen viel Sexismus am Start oder es wurden auch viele Ja, Filme zum Beispiel gezeigt jetzt bei uns im Filmbereich spezifisch von Männern, von männlichen Regisseuren oder so.
00:41:08: Es gibt auch dieses klassische Bild was echt weit verbreitet ist von dem Male Genius.
00:41:14: also das ist halt dieser geniale Typ der irgendwie ein bisschen crazy sind und nicht wirklich nett.
00:41:19: aber er macht halt erst so genial und macht diese krassen Filme die man halt die eigentlich ja... Die man halt auch erstmal verstehen muss ungefähr Ja, und das war glaube ich schon für mich einerseits klar als Frau aber dann auch als
00:41:36: Frau
00:41:37: die nicht aus einem akademischen Elternhaus kommt.
00:41:42: Und nichts mit Kunst eigentlich in ihrer Kindheit und Jugend so zu tun hatte.
00:41:48: War das schon am Anfang... Es hat echt gedauert anzukommen und zu verstehen okay wie kann ich hier mein Platz finden?
00:41:57: Weil vieles an der HFBK auch nicht so... Also, ich bin der Uni für Vieles dankbar.
00:42:04: Aber vieles ist auch ein bisschen schwarmig.
00:42:06: also manche die Strukturen sind halt nicht so klar wie jetzt in einer Filmhochschule und das hat sehr viele Vorteile.
00:42:12: und mittlerweile weiß ich vieles davon zu schätzen.
00:42:13: aber teilweise Manche Sachen muss man erst mal rausfinden So wer kriegt wieviel Geld?
00:42:18: Manche Sachen sind nicht so transparent Und man muss sich schon finde ich als Frau oder flinter Person auch irgendwie durchsetzen, weil gerade bei diesen technischen Sachen wenn man jetzt bei uns gibt es ja nicht extrem viel Angebot dafür.
00:42:34: Weil wir eigentlich alle Regie machen.
00:42:36: aber es gibt schon auch immer mal so Workshops Licht oder Kameratechnik kennenzulernen und so, weil wir dir auch da ausleihen und benutzen und dann muss man ja auch wissen wie man damit umgeht.
00:42:46: und viele spezialisieren sich ja auch auf Kameraarbeit zum Beispiel oder Licht.
00:42:51: Und da war es schon dann oft so am Anfang in den ersten Jahren, dass man dann in so einem Workshop, wo's drum geht, so Hands-on.
00:42:59: Jeder soll Sachen ausprobieren, das die Männer natürlich direkt dran waren.
00:43:03: und wenn man halt nicht schnell und selbstbewusst ist, die Sache in die Hand zu nehmen, stehst du halt daneben und hast es dann wieder nicht geübt oder gelernt?
00:43:12: Das ist uns damals schon aufgefallen.
00:43:15: Da muss man selber auch echt aktiv dagegen arbeiten, wenn es keine Männer gibt Also die gibt's natürlich auch, aber wenn ja manche Männer dem nicht das nicht so auf den Schirm haben und selber sich auch mal zurücknehmen.
00:43:28: So weil das könnte man ja auch machen.
00:43:30: Man kann da ja auch bewusst diese Dynamiken reflektieren und dann sagen okay ich nehme mich jetzt mal zurück und lasse die anderen vor.
00:43:37: Weil es gibt halt einfach auch so ein Ja viele Flinters glaube ich sind einfach ein bisschen unsicher mit technischen Sachen oder haben so dieses oder mir ging es halt auch, dass ich immer dachte ja Ich kann das irgendwie nicht so gut.
00:43:50: Oder das ist nicht so weil das stimmt halt nicht man muss es erst mal ausprobieren und dieses fehlt irgendwie so ein Grund.
00:43:56: selbstbewusstsein glaube ich bei solchen sachen Genau.
00:44:00: und dann Ja und bei vielen anderen Sachen ist es glaube ich auch so dass flinter oft zurückhaltender sind und sich nicht so doll nehmen was sie eigentlich Auch sei es jetzt Unterstützung durch Profs oder Geld, dann hält man sich vielleicht eher zurück tendenziell.
00:44:15: Es sind ja alles nur Tendenzen und kann man nicht komplett verallgemeinern.
00:44:18: aber ich glaube das musste ich schon auch ein bisschen lernen so mich mir den Platz zu erkämpfen und meinen Platz zu finden.
00:44:27: weil ist auch an der HFBK ja so ist dass man bei einem bestimmten Prof studiert dann fest und den Platz muss man sich aber erst mal erarbeiten auf eine Art, also die müssen dich halt auch annehmen.
00:44:38: Sonst bist du halt irgendwie zwar da in der Uni, aber hast halt keinen Platz und keinen Support und das ist natürlich ein bisschen schwierig Und manche sind halt offener für neue Studis und andere sind eher so sehr exklusiv und dass es schon schwierig für manche Leute und ich glaube wir, dass es da eben Flintas nochmal teilweise schwerer haben, halt anzudocken.
00:45:01: Es hat sich Dann schon auch einiges verändert.
00:45:04: Mittlerweile haben wir zum Beispiel zwei männliche und zwei weibliche Profs, dann gab es auch hier und da mal so einen Seminar komplett nur... Da ging's nur um Filmemacherinnen, das habe ich dann schon gemerkt oder dass die uns auch ein bisschen gehört haben, dass der Bedarf da ist, das ein bisschen anzupassen und das auch teilweise umgesetzt wurde.
00:45:24: Aber ja, das ist natürlich noch lange nicht ... ist ja wie bei vielen Sachen, dass das noch lange nicht heißt.
00:45:29: Dass man nicht weiter dafür kämpfen muss solche Strukturen und zu durchbrechen.
00:45:36: Ist da so queerness?
00:45:38: Willkommen oder...
00:45:39: Gute Frage!
00:45:40: Ja ich glaube also willkommen.
00:45:43: Also eigentlich würde ich schon sagen, dass an der HFK auch sehr viele queere Menschen sind oder jetzt auch vielleicht queer im weitesten Sinne.
00:45:53: Also auch als eine Haltung oder ein Mindset Auch queer, feministisch zum Beispiel.
00:45:59: Es steht und fällt eigentlich mit den Leuten die da arbeiten.
00:46:01: Weil die Profs... Und dann hat sich eben auch viel gewandelt weil die Prof's sind ja teilweise auf Lebenszeit oder bis zur Rente halt, weil das unbefristete Verträge sind und dementsprechend ... Ja!
00:46:14: Und sie haben sehr viel Freiheit.
00:46:17: Also die gestalten eigentlich ihre Seminare Da gibt es auch keine Kontrolle oder so sehr, sehr frei.
00:46:25: Deswegen sind auch manche so exklusiv anderen nicht und genau weil das halt nicht vorgeschrieben wird.
00:46:31: Und jetzt gibt es zum Beispiel auch mehr Profs, z.B.
00:46:35: eine Person die einen sehr krassen Fokus auf Queerfeminismus hat.
00:46:41: Plötzlich gibt es dann sehr viel Angebot wo sich viele angesprochen fühlen und darüber freuen und deswegen steht und fällt es echt mit den Leuten, die da unterrichten Und ich würde schon sagen, dass sich da einiges gewandelt hat zum besseren.
00:47:00: Das muss ja jetzt auch nicht auf halfbk bezogen sein, sondern allgemein hast du den Eindruck das schon... Also das ist ja jetzt künstlerischer
00:47:13: Film.
00:47:15: Würdest du irgendwie eine andere also verschiedene Bewertungen von Flinta und Cis-Männern.
00:47:26: Ja, ich glaube es ist halt vielleicht bisschen das was ich vorhin auch schon meinte mit diesen Male Genius.
00:47:34: also ich glaube schon dass es immer noch so ein bisschen in den Köpfen teilweise vielleicht drin ist.
00:47:41: ja früher gab's ja auch so diesen Begriff glaub ich also Frauenfilm, aber eher so als Abwertung.
00:47:48: Also das ist so ... Ja, so Frauenthemen halt.
00:47:52: Als wäre es nicht künstlerisch wertvoll.
00:47:56: Ich bin ein bisschen zwiegespalten.
00:47:59: Es hat sich vieles echt zum Positiven gewandelt und es gibt auch Räume.
00:48:03: Und es gibt irgendwie einen Frauenfilmfest in Köln oder so die wirklich nur Flinder-Filme zeigen.
00:48:12: Aber ja, ich glaube... Ich weiß auch gar nicht ob ich es so allgemeiner Aussagen darüber treffen kann.
00:48:17: Aber ich glaube man hat das schon ein bisschen schwerer in dieser sehr Männerdominierten Branche die immer noch auf jeden Fall ist.
00:48:26: und auch wenn man sich anguckt wer kriegt die großen Beträge also Tilschweiger oder diese ganz Großen davon können wir ja so HFBK-Filmleute nur träumen.
00:48:37: Also so künstlerischer Film wird da ja sowieso, hat es einfach sowieso schon schwieriger.
00:48:42: und dann glaube ich als ja als flinter Person wahrscheinlich einfach noch mehr.
00:48:49: Und ich glaube das ist halt allgemein einfach so ein Konkurrenzdruck schon da weil es gibt einfach wenig Geld und viele Menschen mittlerweile die halt Filme machen Und ich glaube gerade dann als künstlerischer, kritischer Film der nicht in so eine Form gepresst ist oder nicht so mainstreamig ist und vielleicht nicht für alle komplett zu zugänglich sind.
00:49:14: Da ist es, glaub ich, schwieriger Geld überhaupt zu kriegen...
00:49:20: Ja kommen wir doch mal zu einem Ausblick!
00:49:23: Wie geht's denn?
00:49:24: Also du hast jetzt dein Film bei der Dokumentarfilmwoche gezeigt, das war ja total erfolgt Und ich meine, so KünstlerInnen, Filmschaffende haben ja immer schon das nächste Projekt gemacht.
00:49:39: Im
00:49:39: besten Falle!
00:49:40: Immer weitermachen und man kann nicht stillstehen.
00:49:45: Fast geht bei dir so was hast du für den oder was hast Du vor?
00:49:50: Ja genau also im besten Fall hat man immer gleich etwas in der Hinterhand Ja, man ja auch irgendwie Förderungen bekommen muss.
00:49:58: Aber ich bin jetzt... Ich habe ja das Glück dass sich den Master noch machen kann an der halfbk da was mich echt gefreut hat und ich arbeite jetzt gerade halt an meinem masterfilm.
00:50:07: Da geht's also.. Ich will nicht zu viel sagen weil es ja aber es geht so grob um die feministische Aneignung von Tradition.
00:50:18: Und ähm genau und das wird diesmal auch ein bisschen gemischter vom Ansatz her also nicht so rein beobachtend dokumentarisch, sondern so ein bisschen experimenteller mit verschiedenen Ebenen.
00:50:33: Genau und da arbeite ich
00:50:34: gerade dran!
00:50:36: Das wird nächstes Jahr im Sommer, in der Abschlussausstellung bei der Graduate Show im Final Cut Screening gezeigt dann der fertige Film.
00:50:51: Und dann arbeite ich gerade noch, wir haben jetzt nämlich auch aus besagten Gründen eine feministische Filmgruppe an der HFBK gegründet im Rahmen eigentlich von einem Seminar was auch von einer Professorin ins Leben gerufen wurde.
00:51:06: Dadurch ist das alles so entstanden und da kuratieren wir jetzt auch selber so Screenings.
00:51:14: Das finde ich jetzt auch mal ganz spannend in diese andere Rolle zu kommen selber quasi gemeinsam halt als kollektiv zu gucken, sowas wollen wir zeigen wie passt das zusammen und so auf diese andere Seite irgendwie zu kommen.
00:51:28: Und da machen wir einmal im Rahmen vom Queerfilm Festival in Hamburg im Oktober ein Screening mit half BK Film also queeren half Bk film von ja von früher bis heute quasi Genau, also herzliche Einladung.
00:51:47: Und dann nächstes Jahr um den Aften März rum machen wir feministische Filmtage im Metropoliskino.
00:51:54: Also es steht noch nichts genaueres.
00:51:56: Wir sind jetzt gerade noch so am Sichten und der ganze Prozess ist noch in vollem Gange.
00:52:02: Aber ja, grob quasi die Termine stehen und ihr werdet von uns hören.
00:52:11: Das klingt richtig gut.
00:52:14: Ja, wir haben jetzt über viele Themen gesprochen.
00:52:17: Gibt es irgendwie noch was, was du ergänzen möchtest oder was dir vielleicht noch wichtig ist am Ende nochmal zu erwähnen?
00:52:25: Wenn nicht, ist das auch okay?
00:52:28: Überlege kurz... ja, vielleicht wenn ihr Interesse habt mein Film zu sehen also ich da wird jetzt hoffentlich vielleicht noch ein paar Festivals gezeigt.
00:52:39: Man kann mich gerne kontaktieren, wenn man zum Beispiel auch ein Screening selber irgendwie thematisch in dem Bereich organisieren möchte.
00:52:47: Oder ja, irgendwie Interesse hat an den Screeningterminen oder so von dem Film immer gerne kontaktieren einfach.
00:52:55: Also man findet mich auf Instagram und kann mir da eine Nachricht schreiben.
00:53:00: Caro,
00:53:01: vielen Dank, dass du gekommen bist und so viele Fragen beantwortet hast!
00:53:06: Es war sehr, sehr spannend.
00:53:08: Ja Leute, folgt Karo auf Instagram, Karola Pfaffinger
00:53:13: und
00:53:14: wir sind sehr gespannt darauf was dein neues Projekt dann sein wird.
00:53:18: Das klingt nämlich so ein paar spannende Traditionen und Feministische Aneignungen.
00:53:23: Das kann ja sehr vieles sein!
00:53:25: Wir bleiben gespannt.
00:53:28: Vielen Dank!
00:53:28: Danke euch!
00:53:48: Sehr geehrte Herren, jetzt folgt noch unsere Buchrezension hier auf.
00:54:06: Das Roman-Debüt von Thomas Jitrovski, der als Kind polnischer Eltern in Bremen aufgewachsen ist wurde mir mehrfach als das bessere Kolme by Your Name angepriesen Ein Quierer Coming of Age-Sommer-Roman.
00:54:20: Aber wo eine quiere Liebesgeschichte ist, da gibt es auch gesellschaftliche und politische Umstände in denen sie erzählt wird – die führt was erschwerendes in der Leichtigkeit einer Liebes-Geschichte sorgen!
00:54:33: Das passiert in Call Me By Your Name und auch in der Geschichte von Ludwig & Janusz.
00:54:40: Doch der Reihen nach….
00:54:42: Ludwig hat gerade seine Examen beendet und muss, wie alle jungen Menschen in Polen nach dem Studium einen staatlich organisierten Ernte-Einsatz leisten.
00:54:51: Sofort fällt ihm dort in der polnischen Einöde Janusz ins Auge – der im selben Einsatz ist!
00:54:57: Zuerst werden nur Blicke ausgetauscht.
00:55:00: Dann entsteht Nähe über den Roman Giovanni's Zimmer von James Baldwin Baldwins Klassiker über Begehren, Scham und die Unmöglichkeitsschwuler.
00:55:10: Liebe fungiert als heimliches Erkennungszeichen.
00:55:14: Ludwig liest das Buch und gibt es dann an Janosch weiter.
00:55:18: Die beiden reisen nach dem Arbeitseinsatz gemeinsam weiter.
00:55:22: Sie verbringen einige wunderschöne Tage an einem abgelegenen See mitten im Wald.
00:55:28: Sie haben Sex, Lesen, Schwimmen und genießen unbeschwert ihre Verliebtheit Denn im Wasser sind sie schwerelos.
00:55:35: Dieser Abschnitt des Buches hat mich zutiefst berührt, weil Thomas Jedrovski wahnsinnig fesselnd und naberschreibt.
00:55:42: Ich hatte das Gefühl ich kann mit Ludwig und Janusz die Gerüche des Waldes einatmen!
00:55:47: Ich bin mit ihnen am See, springe ins kalte Wasser und lasse mich danach jung und verliebt von der Sonne trocknen und den Körper des anderen
00:55:55: spüren.".
00:55:56: Doch im nächsten Schritt reise ich mit Ihnen zurück nach Warschau wie Ludwig und Janusz von der Realität in Polen der Achtzigerjahre eingeholt werden.
00:56:06: Beide, mit dem Wunsch ihre sexuelle Identität und liebefreie Ausleben zu dürfen, wählen sie innerhalb des repressiven Systems unterschiedliche Wege im Umgang damit.
00:56:16: Ludwig träumt von der Flucht in den Westen – Janusz will eine Karriere innerhalb des Systems.
00:56:23: Wir erleben die Geschichte aus der Perspektive von Ludwig Und bleiben mit ihm in einer tiefen Melancholie zurück über das, was hätte sein können.
00:56:33: Wer eine Analyse des spätkommunistischen Staates Polen erwartet, dürfte vielleicht enttäuscht werden.
00:56:39: Die politischen Ereignisse der Achtzigerjahre bleiben eher im Hintergrund und trotzdem wird aufgezeigt welche Auswirkungen dieses kontrollierende System auf Menschen und deren Beziehungen ausübt – gerade wenn diese Beziehung geheimgehalten werden
00:56:52: müssen.".
00:56:53: Das Buch hat mich auch beschäftigt und traurig gemacht, weil ich daran denke dass Polen noch heute über vierzig Jahre später eine sehr restriktive Politik gegenüber queeren Identitäten fährt.
00:57:05: Und das sich das so konkret auf Menschenleben auswirkt.
00:57:09: Beispielhaft zeigt der Roman auf was für viele queere Menschen noch heute in Polen und weltweit Realität ist.
00:57:17: Im Wasser sind wir schwerelos.
00:57:18: Im Original, lautet der Titel Swimming in the Dark ist der erste und bislang einzige Roman von Thomas Yedrovsky.
00:57:26: Auf Deutsch ist er zwanzig-einundzwanzig übersetzt vom Brigitte Jakobait im Verlag Hoffmann & Kampen erschienen.
00:57:43: Und jetzt der Newsflash!
00:57:45: Guck mir feministische Nachrichten von uns für euch zusammengetragen.
00:57:50: Queere Rechte geraten weltweit immer mehr Unterdruck, während viele Orts Pride-Demonstrationen stattfinden und Menschen Sichtbarkeit einfordern, verschärfen viele Staatengesetze, blockieren Schutzrechte oder greifen Bildungsangebote an.
00:58:06: Weltweit – eine internationale Ipsosumfrage zeigt die Zustimmung zu queeren Menschen sinkt.
00:58:14: Nur noch neunundvierzig Prozent der Befragten weltweit sagen Queere Menschen sollen offen mit ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität leben können.
00:58:23: Das sind sechs Prozent weniger als noch vor fünf Jahren.
00:58:28: Ob die Zustimmung zur Ehe- oder rechtlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare ist zurückgegangen.
00:58:36: Die Militärregierung hat queere Handlungen, Lebensweisen und Partnerinschaften unter Strafe gestellt.
00:58:46: Queererrechte einsetzen, drohen künftig fünf bis zehn Jahre Haft.
00:58:50: Außerdem soll eine Geldstrafe von umgerechnet bis zu hundertfünfzigtausend Euro möglich werden.
00:58:58: Wer eine gleichgeschlechtliche Ehe eingeht kann sogar mit zehn bis zwanzig Jahren Gefängnis bestraft werden.
00:59:06: Ghana auch dort verschärft sich die Lage.
00:59:09: das Parlament hat ein Gesetz beschlossen dass queere Menschen und Alice Kriminalisiert.
00:59:15: Auch dort sollen ihre Handlungen, Lebensweisen und Partnerinenschaften unter Haftstrafe gestellt werden.
00:59:22: Das Gesetz sieht zudem eine Meldepflicht vor.
00:59:26: Der Präsident muss das Gesetz noch unterschreiben!
00:59:29: Das Gesetz ist bereits zwanzig vierundzwanzig beschlossen worden – der damalige Präsident hat es jedoch nicht unterzeichnet.
00:59:37: Menschenrechtsorganisationen waren aber schon jetzt vor einer massiven Einschränkung von Grundrichten.
00:59:44: Bangladesh Von einer Universität in Bangladesh wird ein Fall gezielter Verfolgung gemeldet.
00:59:51: Studierende wurden wegen mutmaßlicher Homosexualität exmatrikuliert und der Polizei übergeben.
00:59:58: Menschenrechtsorganisationen sprechen von einer gezielten Verfolgungen ihrer Studierender.
01:00:04: Homosexualitet ist in Bangladesh weiterhin nach einem kolonialzeitlichen Strafgesetzparagrafen verboten.
01:00:13: Südkorea In Südkorea zeigte sich ein anderes Bild.
01:00:19: Dort ging Zehntausende Menschen beim CSD auf die Straße, sie demonstrierten für Sichtbarkeit und gleiche Rechte.
01:00:28: Gleichzeitig gab es große Gegenproteste vor allem aus christlich-konservativen Gruppen.
01:00:33: Ein umfassendes Antidiskriminierungsgesetz wird in Süd Korea seit Jahren blockiert.
01:00:40: Italien In Italien will die rechte Regierung Sexualkunde an Schulen stark einschränken.
01:00:47: Künftig soll Unterricht zur Sexualität nur noch mit Zustimmung der Eltern stattfinden.
01:00:53: In Kindergärten und Grundschulen soll Sexualkunder grundsätzlich verboten werden.
01:00:59: Die Regierung spricht von einem Schutz vor sogenannte Genderpropaganda, Kritikerinnen warnen, dass wichtiger Aufklärung und Schutzräume verloren gehen.
01:01:10: Italien – noch einmal!
01:01:14: Die rechte Regierungspartei bekommt Konkurrenz.
01:01:18: Die neue Partei Futura Nationale tritt noch schärfer wie erfeindlich auf als das bisherige Regierungslager.
01:01:26: Ihr Gründer Roberto Vanacchi ist durch abwertende Aussagen über Homosexualität bekannt geworden.
01:01:33: Polen.
01:01:35: Aus Polen kommt ein vorsichtiger Signal der Öffnung.
01:01:39: Das Parlament hat ein Gesetz für eingetragene Lebenspartnerschaften beschlossen.
01:01:43: Es soll quiren Paaren mehr Rechte geben, etwa beim Unterhalt bei der medizinischen Versorgung oder bei der gemeinsamen Wohnung.
01:01:54: Eine Eheöffnung ist nicht vorgesehen.
01:01:56: Ob das Gesetz in Kraft tritt?
01:01:58: Ist allerdings unklar.
01:02:02: Der rechte Präsident will es nicht unterschreiben.
01:02:05: Ungarn Nach dem Regierungswechsel gibt es Bewegung bei der Pride in Budapest.
01:02:12: Die Polizei will die Demonstration dieses Mal nicht verbieten.
01:02:16: Der neue Regierungschef verweist auf die Versammlungsfreiheit, die queerfeindlichen Gesetze aus der Orbanzeit bleiben allerdings soweit erst malen bestehen.
01:02:28: EU auch auf Ebene der EU geht das um queere Rechte.
01:02:32: Die Behörde für europäische Parteien prüft Hinweise auf mögliche Verstöße gegen EU-Grundwerte durch die Partei der Europasurrealnation, die Europapartei der AfD.
01:02:44: Im Raum stehen unter anderem antisemitische und Antiquäre Retrorekt von Mitgliedsparteien.
01:02:52: Sollten Verstösse bestätigt werden, könnte die Partie ihre Registrierung und Fördermittel verlieren.
01:03:02: Kritik gibt es außerdem an der europäischen Asylreform.
01:03:06: Quiere Organisationen warnen, dass quere Geflüchte durch sogenannte sichere Herkunftsstaaten gefährdet werden könnten.
01:03:15: Genannt werden Länder in denen Homosexualität kriminalisiert wird oder quere Menschen verfolgt werden.
01:03:21: Beschleunigte Verfahren an den EU-Ausengrenzen könnte es Betroffenen erschweren ihre Verfolgung ausreichend darzulegen.
01:03:33: Behörden einen neuen Höchststand queerfeindlicher Straftaten.
01:03:38: Das BKA registrierte für zwanzig-fünfundzwanzig insgesamt zwei tausenddreihundert siebenundsiebzig Fälle.
01:03:45: im Bereich sexueller Orientierung waren erst zweitausendseipzig Straftate, siebzehn Prozent mehr als im Vorjahr.
01:03:54: bei geschlechtsbezogener Diversität wurden tausen zweihundertneunundvierzig Fälle erfasst.
01:04:02: Auffällig ist der hohe Anteil rechtsmotivierter Taten.
01:04:08: Gleichzeitig gibt es Kritik an der Bundesregierung.
01:04:11: Der frühere Aktionsplan gegen Grürfeindlichkeit wird offenbar nicht fortgesetzt.
01:04:17: Symbolhaft dafür ist auch die Debatte um die Regenbogenbeflaggung des Bundestags zum CSD.
01:04:23: Verbände kritisieren, gerade bei steigender Gewalt braucht es mehr Schutz, nicht weniger Aufmerksamkeit.
01:04:30: Am Streppen bleibt auch das Selbstbestimmungsgesetz.
01:04:33: Seit November zwanzig vierundzwanzig können Menschen ihren Geschlechtsantrag und Vornamen einfacher ändern.
01:04:39: Union- und mehrere Landesjustizministerinnen fordern Verschärfungen, beim AGG berät der Bundestag über eine Reform.
01:04:49: Verbände halten die bisherigen Pläne jedoch zu schwach – zwar sollen Fristen verlängert und Betroffene besser unterstützt werden Es bleiben allerdings zentrale Lücken bestehen, etwa beim Schutz vor Diskriminierungen durch staatliche Stellen im Gesundheitsbereich oder beim Einsatz von künstlicher Intelligenz.
01:05:21: Podcast-Plattform dann allerdings ohne unsere Künstlerin des Monats Lena Störfaktor, weil wir die Musik leider rausschneiden müssen bevor wir das im Internet veröffentlichen dürfen.
01:05:32: Aber ihr könnt uns auch das nächste Mal einfach wieder hören und zwar am neunzehnten, siebten wie immer von fünfzehn bis siebzen Uhr hier auf fsk-dreinundzig.null.
01:05:43: Megahertz!
01:05:44: Danke für euren Support und dass ihr eingeschaltet habt.
01:05:46: Bis zum nächsten mal.
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