Lx Radio September 2026: im Gespräch mit dem flucto plasma Festival
Shownotes
In der Septemberausgabe von Lx Radio sind Dan Thy Nguyen und Nina Reiprich zu Gast im Studio. Die Beiden sind die künstlerische Leitung des fluctoplasma Festival in Hamburg, welches dieses Jahr vom 23.-25.10. stattfindet.
Das fluctoplasma ist Hamburgs Festival für Kunst, Diskurs und Diversität. Als Plattform für eine fluide Stadtgesellschaft versammelt das Festival künstlerische und diskursive Formate, die gesellschaftliche Wirklichkeit in ihrer Widersprüchlichkeit sichtbar machen. Unter dem diesjährigenTitel humanity in (dis)solution rückt fluctoplasma das Menschliche selbst ins Zentrum: Was geschieht, wenn Menschenwürde, Solidarität und demokratische Gewissheiten unter Druck geraten? Und welche Formen des Widerstands, der Verbundenheit und des gemeinsamen Handelns können daraus entstehen? Mit über 50 Veranstaltungen aus den Bereichen Kunst, Musik, Theater, Performance und Diskurs geht das Festival diesen Fragen nach. Dan Thy und Nina geben uns einen EInblick hinter die Kulissen des Festivals und das diesjährige
Programm.
Außerdem gibt es, wie immer bei Lx Radio, die Künstler*innen des Monats, die Buchrezension sowie den queerfeministischen Newsflash.
Programmdetails und mehr Infos zum fluctoplasma unter www.fluctoplasma.com
Transkript anzeigen
00:00:01: Hallo,
00:00:02: willkommen zur Leeradio eurer queer feministischen Radiosendung heute zum Flugdoplasma-Festival hier in Hamburg.
00:00:11: Wir haben auch zwei Gäste in der Sendung aus dem Orga-Team des Festivals Nina und Danti.
00:00:18: Hallo!
00:00:22: Die beiden werdet ihr gleich noch genauer kennenlernen.
00:00:25: zuerst stellen wir euch aber wie immer die Künstlerin des Monats vor.
00:00:30: Hier kommt jetzt eigentlich die Rubrik Künstlerin des Monats, da wir heute die Personen vom Fluktoplasma dabei haben.
00:00:38: Im Interview haben wir uns aber mal angeschaut wer spielt eigentlich auf dem Fluktoplasma Festival dieses Jahr?
00:00:46: und da sind uns zwei Personen aufgefallen.
00:00:49: Madani und
00:00:51: Salwa
00:00:52: Yeradat.
00:00:53: keine Garantie dass ich es richtig ausgesprochen habe Aber ich denke ihr könnt das gut nachschauen.
00:00:59: Madani's Musik bewegt sich irgendwo zwischen elektronischem Pop, R&B und sogenannten orientalischen Klingen.
00:01:07: Dazu kommen treibende Beats als atmosphärische Sounds in eine Stimme die mal ganz nahe und verletzlich klingt und dann wieder richtig Druck entwickelt.
00:01:16: Madani verbindet Club Sound mit persönlichen Geschichten und macht dabei Themen wie Identität, Herkunft- und Zügehörigkeit hörbar.
00:01:24: Und da ist das Hauer Jaradat.
00:01:27: Die palästinensische Sängerin verbindet arabische Musiktradition mit globalen zeitgenössischen Sounds und auch elektronischen Einflüssen.
00:01:37: Ihre Musik klingt mal warm und
00:01:38: verspielt,
00:01:39: mal nachdenklich und intensiv.
00:01:42: dabei geht es immer auch um Erinnerungen Heimat und die Frage was es bedeutet zwischen verschiedenen Welten zu leben Was beide Künstlerinnen verbindet.
00:01:52: Sie lassen sich nicht so einfach in eine musikalische Schublade stecken.
00:01:56: Stattdessen mischen sie Sounds, Einflüsse und Perspektiven – und machen daraus etwas ganz Eigenes!
00:02:02: Und musikalisch bleiben wir auch nach dem Interview mit der Orga des Fluktoplasma in dieser Welt zwischen Identität, Gesellschaft und unterschiedlichen kulturellen Einfüssen.
00:02:13: Denn der Rest der Sendung gehört heute musikalischer Erbo und ihrem neuen einzigartigen Album mit dem Titel Typologie eines Lebens.
00:02:21: Freut euch also auf eine ganze Reihe Tracks, auf pointierte Lyrics und viele Emotionen.
00:02:27: Und jetzt erstmal Ohrenau für Madani und den Track Dust von der EP Billingual.
00:02:41: Hallo Dante und Nina!
00:02:42: Es ist uns eine große Ehre dass ihr euch vor dem Festivalzeit nehmt um beide hier bei mir im Studio zu sein bei uns.
00:02:49: Vielleicht stellt ihr euch erst mal vor für unsere Hörerinnen am besten selbst ein bisschen besser als wenn ich über euch rede.
00:02:56: Bitte
00:02:57: Okay, vielen Dank auch dass wir hier sein dürfen.
00:03:00: Wir freuen uns sehr.
00:03:01: Genau ich bin Nina Nina Reibrich.
00:03:04: Ich habe mal Kulturwissenschaften und Theater-Wissenschaften studiert und bin dann erst einmal einige Jahre in so einem Projekt hier in Hamburg auf der Fettle gelandet wo ich participatorische Kunstprojekte entwickelt hat.
00:03:17: mit der Nachbarschaft das Projekt heißt New Hamburg ist auch noch so ein Ansätzen immer noch existent Und wir haben damals auf der Fettle in einem Zusammenarbeit mit dem Deutschen Schauspielhaus und im Kirchenkreis Hamburg Ost ja verschiedenste Projekte entwickelt von Theaterstücken über szenischen Lesungen, Konzerten aber auch Demonstrationen.
00:03:37: Damals hat uns sehr stark die Frage beschäftigt wie müssen Institutionen einer postmigrantischen Gesellschaft sich verändern?
00:03:45: Gebäude sich vielleicht sogar auch verändern, aber vor allen Dingen auch Narrationen und Erzählungen.
00:03:50: Und dann haben wir auch teilweise selber zum Beispiel mit dem Loom-Kollektiv damals mobile Bauten gebaut weil wir auch gesagt haben die alten Institution können nicht mehr zeitgemäß sein egal was wir darin spielen.
00:04:01: genau in solche Projekte haben wir damit entwickelt bis ich mich dann selbstständig gemacht habe als Kulturarbeiterinnen in den verschiedenen Feldern sozusagen.
00:04:11: Und dann sehr schnell hat sich dann Tee bei mir gemeldet und ich bin Teil des Flugte Plasma Festivals geworden vom ersten Jahr an.
00:04:19: Hi, ich bin Dantie.
00:04:20: Ich bin der zweite Kopf dieses Duos.
00:04:23: und diese Leitungsduos von Flug zu Plasma woher?
00:04:27: Ich komme aus dem Theater- und im Literaturbereich Und auch...ich habe mal Musik gemacht aber das ist schon ein bisschen länger her.
00:04:34: Ich hab auch immer so Opa gemacht und alles mögliche.
00:04:36: Das war schon wirklich lange her und fühl mich da gar nicht mehr so richtig Zuhause eher in der Dekonstruktion der Opa.
00:04:45: Aber es gab mal eine Zeit in meinem Leben, wo ich sehr viel klassische Musik gemacht habe.
00:04:49: Wo komme ich jetzt vielleicht so inhaltlich her?
00:04:51: Ich komme sehr stark aus den postmigrantischen Kämpfen als ich begonnen habe Theater zu machen.
00:04:57: Da war der Begriff des postmikrantischen Theaters eigentlich noch gar nicht da.
00:05:02: das bedeutet also dass waren so Ende der neunziger Anfang der zweitausender und ein begriff zu haben für Perspektiven einer Gesellschaft, die nicht nur weiß gelesen Deutsch waren und männlich.
00:05:15: Da hat es einfach noch keine Begriffe dazu gegeben!
00:05:18: Und ich kann mich noch erinnern... Ich habe Theaterstücke geschrieben, eingeschickt.
00:05:22: uns kam dann zurück.
00:05:23: Total schöne Stücke.
00:05:24: mit deinem Namen kann man das nicht verkaufen.
00:05:27: Hast du mal überlegt etwas über Vietnam zu machen?
00:05:29: Wir brauchen sehr viele Kochbücher oder Reiseberichte denn Vietnam ist im Kommen.
00:05:34: So war meine ersten Jahre, das bedeutet man hat sehr viel versucht Themen zu platzieren.
00:05:40: Also das war immer so eine Reise zwischen Kunst und Aktivismus, haben dann auch einmal mit einer Gruppe der Premiere des Schauspielhauses gestürmt, wurde noch schnell wieder von einem Sicherheitsdienst rausgeholt und alles Mögliche so etwas.
00:05:54: Und bin dann ins dokumentarische Theater gegangen und habe dann was ja hier im FSK produziert wurde und wofür ich immer noch voll dankbar bin, das Sonnenblumenhaus gemacht über das Pugrumm von Lichtenhaken.
00:06:08: Also da hab ich mich drauf spezialisiert.
00:06:11: Menschen, die rechte Mordbrands und Terrain Schläge überlebt haben zu Interviewen mit ihnen zu arbeiten.
00:06:17: Und dann haben wir ja hier ... Das war noch in den alten Räumlichkeiten des FSK-Radios, haben wir dieses Hörspiel aufgenommen was bis heute noch relativ feucht verzipiert wurde.
00:06:26: Krass!
00:06:27: Also deine eigenen Erfahrungen mit dem Rostismus im Kulturbetrieb hast du dann direkt so?
00:06:33: umgesetzt.
00:06:33: Und jetzt machst du postmigrantisches Theater, was ja auch schon wieder nicht mehr nur ein empauernder Begriff ist sondern jetzt begegt in einem Jahr Intendantinnen die dann sagen ach Postmigranches Theater Das ist ja nicht richtiges Theater.
00:06:48: Darüber können wir gleich noch mal ausführlicher reden, also ich glaube nämlich das es schon ein riesiges Ding ist und hat auch mit der Geschichte von Flugzeugplasme zu tun wie wir uns jetzt gerade immer weiterentwickeln in der jetzigen politischen Lage.
00:07:00: aber genau!
00:07:00: Also das war genauso.
00:07:02: seit im Jahr zwei Tausend zwanzig habe da noch kurze Zeit in Eidel steht hier im Kulturhaus gearbeitet sind Kulturmanagement gemacht Und dann, seit dem Jahr zwanzig bin ich auch selbstständig.
00:07:12: Weil ich gesagt habe, ich würde gerne Dinge selbst aufbauen und dann haben Nino & Ich eben halt Fluxus Quadrat EV den Verein übernommen der Träger dieses Festivals ist und wir haben eine kleine Produktionsfirma die so zwischen Kunst- und Politik Projekte machten das Studio Marshmallow.
00:07:32: Das sagst du so nonchalant, aber so eine Produktionsfirma zu haben und all das ist ja wahnsinnig viel Arbeit und Aufwand.
00:07:39: Und fordert ja total viel!
00:07:42: Du hast die Geschichte des Festivals schon erwähnt?
00:07:44: Vielleicht erzählen wir erst mal über die Geschichte dieses Festivals und was das Festival ist und gucken uns dann die Details der Produktion und Durchführung nochmal
00:07:51: an.
00:07:52: Ja sehr gerne Genau, also das Festival ist ein Nachfolgefestival des vorher existierenden Eigenartenfestivals.
00:07:59: Das Eigenarten-Festival nannte sich auch das interkulturelle Festival Hamburgs und so war sehr darauf ausgelegt die sogenannten interkulturellen Szenen der Stadt Plattform zu bieten.
00:08:10: waren Festival was auch über die ganze Stadt verteilt hat an vielen Institutionen was aber von der Wahrnehmung auch sehr stark in so einem sozial kulturellen Kontext angesehen wurde und wo eben auch sehr viele ja erste Generation Kulturfahrt eine Stücke mit aufgebracht.
00:08:24: Aber auch sehr unterschiedlich, also Sonnenblumenhaus war auch Teil des Eigenartenfestivals zum Beispiel.
00:08:28: Also sehr unterschiedliche aber doch so von der Wahrnehmung glaube ich für viele Leute war das schon eher ein bisschen mehr dieses interkulturelle Begegnungsfestival.
00:08:37: und dann haben die Macherinnen damals beschlossen sie hören jetzt auf nach zwanzig Jahren wahnsinnig was sie da auch aufgebaut haben in ihrer Freizeit mehr oder weniger haben sie dann aber tollerweise damals gesagt wir gehen und haben mit der Stadt verhandelt dass ihre Förderung ausgeschrieben wird für ein neues Festival, ein Nachfolgefestival.
00:08:56: Also auch einen richtig toller Schritt der so selten, ehrlich gesagt von so Pionier-Innen habe ich das selten überlebt dass sie so systematisch auf versuchen das in neue Hände zu geben Genau.
00:09:06: Und dann wurde das ausgeschrieben und darauf hat sich dann ein Team beworben, das übergebe ich vielleicht mal kurz an dein Tee.
00:09:12: Ja und so das Gründungsteam zu dem ich dazu gehöre.
00:09:15: wir haben da damals gesagt okay wir würden gerne.
00:09:18: also wir waren sehr stark mit den Eigenartenfestival verbunden aber wir würden sehr gerne einige Dinge verändern.
00:09:24: erstens haben wir gesagt Wir wollen kein interkulturelles Festival sein!
00:09:29: Wir wollen ein Festival sein des Empowerments der Stärke der Frage der Multi-Perspektivität die Flüssige Moderne haben und wir wollten Europa als ein multi-perspektivisches Gebiet in der kulturellen Vielfalt, in der Kulturellen Diversität und in der Kulturellen Punkigkeit auch einfach gerne zeigen.
00:09:49: Und zwar so Nieder mit denen ich nenn's mal Götes und Schillers und hinein ins Science Fiction Rock, Punk und alles was es da gibt und das hat man glaube ich vielleicht gerade bei Madani gehört.
00:10:02: Und wir wollten das weg von der Vollklohre hin zum zeitgenössischen, in der kompletzen Spannbreite was Zeitgenößisch bedeutet.
00:10:12: Von der Klassik bis zu Punk bis zum Rock bis zum Futuristischen.
00:10:17: Mit diesem Konzept sind wir reingegangen und haben uns beworben noch damals unter einem anderen Festival-Titel, was wir dann geändert haben zu Fluktoplasma und haben dann die Ausschreibung im Jahr twohundzehn neunzehn bekommen.
00:10:29: Und sind dann, haben dann im Januar zweihundzwanzig, haben wir dann offiziell begonnen genau in Corona?
00:10:34: ja.
00:10:35: Krass!
00:10:36: In Corona?
00:10:37: Ja
00:10:37: Das ist ja ein harter Start für ein Festival.
00:10:42: Wahnsinnig cool dass es euch heute noch gibt.
00:10:45: Dann erzähl doch mal Was heißt Flukto Plasma.
00:10:48: Also Flug zur Plasma ist erst einmal der Begriff des Fluide.
00:10:52: halt einfach und wir sind sehr stark, also ich habe eben ganz verschwiegen.
00:10:56: Ich komme aus der Islamwissenschaften, aus der Sitzsoziologie.
00:10:59: das bedeutet sich wurde total stark von der flüssigen moderne Zyklonbaum an total beeinflusst.
00:11:05: uns hat dann gesagt okay gut ich möchte ein Festival haben was Kultur nicht nur so als du da bist du glaube ich einen viel größeren Kennerin in diesem begriffen so als eine eine geschlossene Ebene ansieht sondern ich wollte in dieser Flüssigkeit immer wieder eine Transformation, dass ein Festival dahinein gibt.
00:11:26: Aber vielleicht kannst du noch ein paar Sachen dazu sagen?
00:11:28: Kulturwissenschaftlich gibt es natürlich sehr viele Theorien und hier weiter.
00:11:32: in den letzten Jahrzehnten hat sich der Kulturbegriff massiv verändert und es geht viel um diese Begegnungsräume und die dritten Orte und die cultural escapes oder wie auch immer gibt es verschiedene Versionen und ich glaube das hat Flugte Plasma von Anfang an aus gemacht zu sagen, es entsteht was Neues.
00:11:50: Es geht nicht um die Traditionen der Eltern und Ur-Eltern, es geht aber auch nicht um das, was auch immer das Deutsche ist sondern es geht einfach um irgendwas, was gerade neu entsteht.
00:11:59: Und da speist sich jetzt eben auch aus verschiedenen Einflüssen, die nicht traditionell seit dreihundert Jahren in Deutschland entwickelt worden sind, sondern es speist dich auch aus den verschiedenen Musterngeschichten, Theorien, Erzählungen, Musikstilen, Deutschland gekommen sind und dieses Neue, was da entsteht dem Willflugto Plasma Raum geben ohne zu verneinen.
00:12:23: Dass es auch manchmal eine Rückbesinnung geben muss und kann aber dass eben alles gleichzeitig existieren kann was Flugte Plasma dabei ja auch immer ganz stark gefördert hat, war dieses... Ich hatte ja vorhin schon gesagt das Eigenartenfestival hatte auch so ein Stempel von sowas Soziokulturellen und ganz viele KünstlerInnen.
00:12:43: Also beim Eigenarten gab es keine festen Honorare für die Künstlerninnen und viele KünderInnen auf Color und viele künstler Innen sich sozusagen in diesem Kontext bewegen auch queere Künstlerin oder so wurden.
00:12:55: teilweise ist glaube ich auch immer noch ein Kampf, aber Flugtoplasma ist eben Teil von diesem Kampf diesen Künstlerinnen auch anzuerkennen als zu sagen ihr macht Kunst.
00:13:04: Und auch wenn wir eure Ästhetik vielleicht nicht immer verstehen oder eure Geschichten nicht immer kennen heißt es nicht dass eure Kunst irgendwie anders bewertbar wäre als eine andere Form von Kunst warum wir uns auch als Festival von Anfang an für die Einhaltung der Honorar Untergrenzen eingesetzt haben für alle Beteiligten.
00:13:22: Es ist natürlich auch nicht leicht.
00:13:24: Wir sind ein freie... also wir haben eine freie Projektförde Und trotzdem haben wir das versucht und haben da drin auch verschiedene Bewegungen gemacht.
00:13:31: Was bedeutet das für so ein freies Festival?
00:13:34: Haben am Anfang eher mehr den Künstlerinnen gegeben, sehr wenig dem Team und haben dann gemerkt okay, so funktioniert es jetzt nicht.
00:13:40: Auch das ist alles Teil des Festivals darüber zu verhandeln welche Strukturen bauen wir und welche Künstlern sollen bitte welche Bühnen bekommen und wer sind wir dass wir bewerten was hier eine künstlerische Ästhetik ist oder sozialarbeiterische Ästhetik ist und deswegen arbeiten wir auch.
00:14:00: über die Jahre haben wir auch im Jury Matrix entwickelt.
00:14:04: Wir erladen uns jedes Jahr eine Jury ein, die sehr aus sehr unterschiedlichen Disziplinen besetzt ist und versuchen auch darin immer wieder miteinander zu verhandeln.
00:14:12: wie bewerten wir denn diese Kunst wenn wir sagen da entsteht was Neues für das wir vielleicht noch gar keine Kategorien haben oder keine Maßstäbe.
00:14:21: Wie gehen wir damit um und wie schaffen wir trotzdem sozusagen eine Vielseitigkeit innerhalb des Festivals?
00:14:26: Und damit kommen wir direkt zum zweiten Teil des Namens, nämlich nicht nur Flukto sondern auch Plasma also Plasmas freie Ladungsteilchen, Substanzen, freie Radikale die immer gegeneinander stoßen in der Physik und deswegen war das so.
00:14:38: es ist sozusagen fluide und gleichzeitig immer Energie geladen uns die Frage wo auch Konflikte, wo auch Prozesse kommen die noch nichts klar ersichtlich sind.
00:14:50: Das wollten wir abbilden als die Kunst des einzwanzigsten Jahrhunderts.
00:14:54: Okay,
00:14:55: die Kunst im Jahrhundertspunk und Empowerment habe ich jetzt gehört.
00:15:00: Ja voll!
00:15:01: Könnt ihr mir einmal kurz umreisen?
00:15:03: was ist das Fluktoplasma für Leute die noch nie da waren?
00:15:06: Und dass gar nicht kennen.
00:15:08: Fluktoplasma ist ein ganz großer Schrei nach Liebe.
00:15:13: Wir sollten
00:15:16: die Ärzte noch spielen heute.
00:15:19: Sehr viel Denken, sehr viele Lesungen.
00:15:23: Sehr viel Punk und Rock'n Roll.
00:15:26: Und sehr viel Genießen und sehr viel Trauer sich umarmen.
00:15:30: Okay!
00:15:31: Das ist doch ein Wort?
00:15:33: Keine
00:15:33: Ergänzung?!
00:15:34: Dann würde ich sagen gehen wir in die erste Musikpause.
00:15:37: Wir hören uns gleich wieder.
00:15:47: Willkommen zurück bei Le Radio, eure queer feministischen Radiosendung.
00:15:52: immer am dritten Sonntag im Monat auf fsk.nullmegahertz oder auffsk-hh.org im Stream!
00:16:02: Wenn ihr die Sendungen nicht von Anfang an hören konntet könnt ihr sie auch immer nachhören auf reihe-radius.net oder bei euren favorite Podcast Broadcaster.
00:16:13: Und heute haben wir Danti und Nina vom Fluktoplasma-Festival zu Gast.
00:16:18: Und gerade haben wir schon ein bisschen reingehört, wer die beiden eigentlich sind und was das Fluk Toplasma Festival ist.
00:16:25: Da würde ich direkt nochmal
00:16:27: anknüpfen.
00:16:28: Erklärt uns doch noch ein bisschen etwas zum Festival!
00:16:32: Ihr seid für die... Durchführung, Organisation und Konzeption des ganzen Dings verantwortlich.
00:16:37: Deswegen habt ihr doch bestimmt was zu sagen dazu.
00:16:41: zum Konzept des Festivals vielleicht als erstes?
00:16:44: Ja genau ich glaube so zum Grundkonzept haben wir ja gerade schon ein bisschen erzählt woher die Idee kommt und was wir natürlich hoffen zu erreichen.
00:16:52: Teil des Konzeptes ist es eben auch, dass wir in der ganzen Stadt verteilt sind und zwar auch an unterschiedlichen Institutionen.
00:16:58: Weil es uns wichtig ist das KünstlerInnen diese Bühnen nutzen und bespielen können die es in der Stadt gibt.
00:17:04: Das war am Anfang eine sehr starke Nachwuchsförderungsidee.
00:17:08: also zu sagen nach dem Festival können sich Künstlerninnen dann in ihren Lebenslauf schreiben, dass sie auf deren Bühne aufgetreten sind und deswegen sind wir sozusagen an so größeren Häusern wie dieses Jahr zum ersten Mal an der Hochschule für Musik und Theater im Forum.
00:17:24: Wir sind am Museum, am Rotenbaum aber wir sind auch in kleineren Räumen wie dem Westwerk was aber ja auch ein sehr etablierter Kunstort in Hamburg eben zum Beispiel ist.
00:17:34: Aber auch in der GWA Sankt Pauli als im sozikulturellen Zentrum und wir sind im Ernst-Deutsch Theater und dieses jetzt erst mal im Fundus Theater also sehr viele verschiedene Orte was eben auch zu über das Festival-Fiel erzählt ja schon.
00:17:48: Es gibt dort Theaterstücke, es gibt Performances, es ist Konzerte, es sind Lesungen, Diskussionen, Panel-Diskussion und Workshops.
00:17:58: Also es gibt wirklich alle möglichen verschiedenen Formate weil sonst wichtig ist... einerseits Kunst zu zeigen und Kunstbühnen zu bieten, aber auch immer eine Reflexionsebene mit einzusetzen.
00:18:09: Weil unsere Frage ja schon ist in welcher Stadt wollen wir leben?
00:18:13: Also wie sieht eigentlich unsere Gegenwart aus und wie wünschen wir uns eine Zukunft?
00:18:18: Und deswegen ist unser ganzes Festival auch immer geframed von vielen Diskursveranstaltungen.
00:18:23: Wir haben meistens innerhalb des Festivals wie so eine eigene kleine Konferenz zur Kulturarbeit das einundzwanzigsten Jahrhundert.
00:18:31: Dieses Jahr ist unsere Konferenz at the Politics of Being Human, weil unser diesesjähriges Festival-Thema Humanity in Distolution heißt.
00:18:39: Dies ist so ein Klammern.
00:18:40: das bedeutet man kann den Titel zweimal lesen einmal humanity and solution und humanity and dissolution die Menschlichkeit entmenden in Lösung und Auflösung.
00:18:51: und deswegen haben wir auch zwei diesmal zum ersten Mal zwei unterschiedliche Poster also die jeweils sozusagen diese unterschiedlichen Aspekte sind diesen Zwischenraum in dem wir gerade sind, dass wir noch nicht genau wissen wie die Gesellschaft von morgen aussieht und wir wissen ja noch nicht einmal.
00:19:07: Wir sind hier heute also am Wahltag wo diese das aufgenommen wird um fünfzehn Uhr dreißig ungefähr.
00:19:15: Das bedeutet, wir wissen noch nicht wie stark die Rechten heute Abend werden in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.
00:19:20: Und es bedeutet, dass war schon für uns total klar, wie kriegen wir?
00:19:24: Wie machen wir ein Festival in einer Zeit ich nenn's mal, wo die Dinge jetzt gerade ausgehandelt werden.
00:19:31: Wie stark die autoritären Kräfte und die rechten Kräften gerade nicht nur von Vormarsch sind sondern vielleicht auch Macht übernehmen?
00:19:38: also so Dieser Zeit dieses Festival zu machen, das war uns auch vom Titel und von den Standpunkten total wichtig.
00:19:45: Jetzt aber erst recht!
00:19:47: Und ja auch sozusagen unabhängig von diesem konkreten Wahlergebnis, dass wir schon eine Verschiebung des politischen Diskurses wahrnehmen können.
00:19:56: Seit einigen Jahren schon, aber jetzt auch explizit noch mal seit letztem Jahr so würde ich sagen und das uns ist halt auch darum ging... Wir kommen sehr stark dadurch, dass das erste Festival in den letzten Jahren war Black Lives Matter und die ganzen Diskursen um das Postminkrantische.
00:20:15: Identitätspolitischen und repräsentationspolitischen, aktivistischem Zeit- und Phase mit dem allem was wir tun.
00:20:23: Und dass uns natürlich in den jetzigen politischen Change immer wieder ganz stark vorgeworfen wird.
00:20:29: Wir sind sozusagen zu weit in einem politischen Spektrum und wir übersehen bestimmte Leute.
00:20:35: Uns ist es schon auch ganz stark darum ging nochmal zu sagen Moment mal darüber worüber wir eigentlich in allen Jahren reden die Menschenrechte anerkannt werden.
00:20:46: Dass wir uns darauf einigen können, dass dieser Grundsatz – Die Würde des Menschen ist unantastbar für alle gilt!
00:20:52: Deswegen kämpfen wir doch gegen Rassismus, gegen Queerfeindlichkeit, gegen Sexismus weil es uns darum geht und deswegen Humanity in Dissolution schon einfach auch ne... Rückbesinnung auf den ganz basalen Wert zu sagen, wir sind alle Menschen und das macht uns nicht linksradikal oder irgendwas.
00:21:11: Egal ob man es jetzt positiv oder negativ sieht, linksradikal zu sein aber sozusagen das ist etwas was jenseits dieser politischen Spektren steht und dass der politische Diskurs in dem wir uns gerade befinden, der greift das an und da sind Parteien im Parlamenten wieder die diesen Wert nicht teilen in unserem Grundgesetz.
00:21:33: Und das ist schon auch ein Motor für dieses Thema, dieses Jahr!
00:21:38: Ja
00:21:38: und ich glaube warum haben wir mit Repräsentationspolitik begonnen?
00:21:43: Das aus dem ganz einfachen Moment, wo wir gesagt haben jetzt sind wir nach nünftundfünfvierzig-siebzig.
00:21:50: Jetzt achtzig Jahre soweit und wir haben immer noch nicht eine Gleichberechtigung in unserer Gesellschaft.
00:21:57: In seinen Geschlechtern, in Rays, in der Religion.
00:22:00: das bedeutet die Frage hier ist so wenn?
00:22:03: Und es ist ja eine klassische Frage gewesen Wenn wir es nicht aufgrund von unseres individuellen Verstandes schaffen uns das eigene Fundament, was wir uns gegeben haben zu implementieren in unserer Gesellschaft.
00:22:19: Wie du gesagt hast, das Grundgesetz sind alle gleich.
00:22:22: Dann bedeutet das letztendlich dann brauchen wir ein Mittel wie eine Quote damit das funktioniert, dass die gesellschaft repräsentieren, in der wir gerade leben Und deswegen war das schon für uns sehr wichtig zu beginnen, sehr stark zu sagen Nein!
00:22:40: Wir stehen für eine starke Representationspolitik.
00:22:43: Wir haben auch immer von vorne reingesetzt.
00:22:46: Das darf da nicht enden.
00:22:49: Das war uns total wichtig, sodass wir schon schnell nach zwei, nach drei Jahren gesagt haben.
00:22:55: Wir müssen jetzt sozusagen die Politik der Postrepräsentation auch gleichzeitig ausrufen.
00:23:00: Was kommt eigentlich nach der Diversität?
00:23:02: Was kommt wirklich nach der Repräsentation, nach der eigenen Biografie wie häufig in der postmigrantischen Ästhetik?
00:23:09: Wir müssten uns sozusagen den Moment wo wir gerade erkämpfen einen Platz und uns gleichzeitig nochmal neu erfinden.
00:23:17: was passiert wenn Ich nenne es mal in diesen Hamsterrats, in diesem Gefängnisland sind.
00:23:21: Nur um uns selbst zu kreisen, dass wir endlich mal den Platz haben können und nicht die Visionen ausarbeiten können wofür wir eigentlich stehen und was wir eigentlich machen würden wenn wir nicht für das kämpfen, für die Gleichberechtigung kämpfen?
00:23:34: Was kommt danach?
00:23:35: Und dafür haben wir dann auch gesagt... braucht es jetzt auch.
00:23:39: Also ansonsten werden die Strategien und die Visionen dann immer kulturell von den Rechten, also das überlassen wir den Rechtern und das wollten wir nicht
00:23:50: zulassen.".
00:23:51: Und was macht diese Politik der Postrepräsentation aus?
00:23:56: Gerade jetzt wo ihr mit eurem doppelten Motto ja schon andeutet dass wir uns in diesem prä-fascistischen Zwischenraum bewegen und gerade diese Fragen von mehr umkämpft sind denn je, ist es ja gar nicht so leicht überhaupt wieder zu der eigenen Politik der Postrepräsentation zu kommen wenn schon die Politik der Repräsentation so umkämmt ist.
00:24:20: Also ich glaube das macht es auch so kompliziert weil ich glaube wir müssen diese beiden Sachen gleichmäßig verteidigen gerade und gleichermaßen wieder ausbauen.
00:24:31: Eine politikte Repräsentation, glaube ich hat es auch stellenweise dazu geführte dass wir über eine Quote beziehungsweise in den Willen eine Repräzentation geschafft haben auf Menschen in Strukturen reingebracht haben die Frage der Menschlichkeit wie menschlich intimes umgehen?
00:24:49: Wie habe ich überhaupt einen Willen die eine Ästhetik oder das politische weiterzuentwickeln, sich gar nicht gefragt haben.
00:24:58: Und das ist ihm halt auch immer glaube ich einfach ein Problem der Quote gewesen per se.
00:25:03: aber wie gesagt es ist wenn alle anderen Sachen nicht reichen muss die Quote heran.
00:25:10: Die andere Ebene ist natürlich in der Zeit, in der wir jetzt gerade sind, hat eben gesagt dass wir insbesondere im letzten Jahr eigentlich schon ein Jahr davor gemerkt haben Kollegen aus dem gesamten Bundesgebiet gerade mit den Berliner Kürzungen und alles mögliche arbeitslos geworden sind, dass das postmigrantische umkämpft wird.
00:25:29: Geht es jetzt gerade schon explizit darum wie kriegen wir das Postmigrantische geschützt?
00:25:37: als eine Bewegung und weiterentwickelt, damit es nicht ein Anakonismus der zweitausender Jahr mehr ist.
00:25:44: Und dass wir uns immer wieder um das Gleiche bewegen, weil jetzt muss auch die nächste Generation abbilden was eigentlich ihre Themen sind.
00:25:52: Das ist halt in dieser Gleichzeitigkeit weiter zu gehen,
00:25:56: ist
00:25:56: kompliziert und so dass wir dann nicht zum Schluss ein millennial postmekrantisches Millennial Festival bleiben.
00:26:03: Vielleicht kann man da auch direkt schon auf einen Programmverweis für dieses Jahr mit einbauen, weil wir haben jedes Jahr eine Ausstellung mit bildender Kunst und wir haben dieses Jahr noch ne zweite im Vorwerkstift in der Galerie XXI wo wir explizit nochmal fragen was sind denn die ästhetischen Hinterlassenschaften dieser Zeit?
00:26:25: Und welche ästhetischen Spuren kann man identifizieren, die sich jetzt auch weiter transformieren vielleicht in andere künstlerische Bewegungen.
00:26:33: Und da haben wir einerseits Künstlerinner eingeladen, die bei uns über die Jahre mal ausgestellt haben.
00:26:37: Aber auch Künstlerninnen, die wir einfach zu dieser Welt dazugehörig zählen und wir haben drei Essays dazu oder Textbeiträge von Ibo Diob und Burcu Doraimacce und von Ulf Aminder wo es einfach nochmal darum geht genau auf so eine Reflexionsebene herauszuhören was denn diese Kunst also was hinterlässt ihr?
00:26:59: Was hat sie sozusagen auch ästhetisch verändert jenseits der politischen Repräsentationsdebatten.
00:27:04: Das ist zum Beispiel eine Strategie, die wir gerade haben da nochmal drauf zu setzen.
00:27:09: so okay lasst mal nicht darauf gucken jetzt so tokenismisch wer steht da alles drin sondern wir schauen uns einfach mal ganz ästhetisch an was ist denn da drinnen und worüber verhandeln wir auf einer kunstästhetischen Debatte
00:27:22: Damit wir aber auch uns da ganz klar sind, gerade in diesem Radiobezug.
00:27:26: Natürlich sprechen wir hier gerade über Ästhetik aus einem gewissen Grund weil die postmigrantische Bewegung Verhältnisse wenig aufgeschrieben hat.
00:27:36: Diese postmigrammatische Bewegungen hat wenig formalisiert und in einer Zeit an der wir sind wo es diese gesellschaftlichen Disruptionen sind gehen wir mit einer gewissen politischen Strategie.
00:27:47: das ich nenn's mal wer schreibt der bleibt also.
00:27:50: Das bedeutet, wenn wir jetzt nicht formalisieren und aufschreiben was es ist können wir nicht.
00:27:57: Wir müssen ja gerade bewahren damit andere Leute eventuell Bezugspunkte finden können in den nächsten Jahren.
00:28:03: Damit wir auch sagen können ne es gibt diese Veröffentlichung es gibt das was wir gemacht haben.
00:28:09: Es bedeutet letztendlich schon also es ist kein romantischer Zug dass ich mich um sie mich selbst reflektiere sondern es geht darum reflektieren als eine Frage der Visionierung der Gesellschaft.
00:28:22: Und das finde ich ja spannend, weil gerade in politisch umkämpften Zeiten ist Institutionalisierung auch ne Form von... von Schutz oder dafür zu sorgen, dass man bleibt auch in diesen Stürmen die auf einen zukommen.
00:28:36: Und jetzt kannst du ja am Anfang gesagt du kommst aus der Institution Kritik und ihr habt jetzt gerade erzählt er geht in diese Institutionen ganz bewusst dies Jahr schon gibt hier in dieser Stadt auch in diese etablierten Kunstinstitutionen um den Nachwuchs zu fördern.
00:28:52: und das finde ich total spannend wie ihr dieses Thema umkreist mit diesen Institutionen.
00:28:59: Und dabei ja so ein Festival seid, was für mich seit Jahren so wahnsinnig spannend macht aus einer einfach einer Besucherinnenperspektive ist dieses dass ihr euch ebenso on the edge immer bewegt.
00:29:13: also ihr seid ganz nah am Puls der neuen Generation und das ist ja auch das was du jetzt gerade noch mal aufgerufen hast die nächste Generation.
00:29:21: Was will die eigentlich sagen?
00:29:23: Als wir vielleicht auch aus einer persönlichen Ebene zu sagen, ich war ja irgendwann auch mal Jünger und wollte einen Platz haben.
00:29:34: Und ich glaube zumindest ist das unser regelmäßiger Wunsch in diesen sieben Jahren, ob es uns immer gelingt, ist eine andere Frage?
00:29:41: Ist die Frage wie kriegen wir die junge Generation so gestärkt hinein, in denen diese Kunst- und Kultur betrieb hat, sodass sie anders wirken können als wir es damals gemacht haben?
00:29:53: Ja, und vielleicht um nochmal auf den Institutionsteil deiner Frage zu kommen.
00:29:57: Ich glaube das ist ja auch... Also das bewegt uns natürlich massiv, diese Widersprüche da drin.
00:30:03: Einerseits kommen wir aus einer Institutionskritik gleichzeitig müssen wir einfach anerkennen dass wir selber dabei sind eine Institution aufzubauen und ich glaube wir an einer Stelle also einerseits einmal auch immer wieder da merken es gibt halt verschiedene Formen des Aktivismus und ich kann sozusagen für mich entscheiden auf die Straße und ich demonstriere und ich klage an.
00:30:27: Ich kann in eine Institution gehen und innerhalb der Institution sein, ich kämpfe gegen diese Windmühlen an und das macht viele Menschen
00:30:35: richtig.".
00:30:36: persönlich kaputt, aber viele entscheiden sich trotzdem diesen Weg zu gehen.
00:30:40: Da möchte ich an der Stelle auch noch mal so ein Prop geben an die Leute, die das machen weil es oft gar nicht als so Aktivismus wahrgenommen wird.
00:30:46: Aber das ist richtig krass was Leute da manchmal reißen so indem sie sich jahrzehntelang dafür engagieren dass sich von innen diese Institution verändern.
00:30:55: und ich glaube wir haben uns dann irgendwann darin gefunden dass wir gesagt haben wir nehmen unsere Kritikpunkte mit Wir wollen etwas anderes aufbauen womit wir gar nicht sagen dass wir alles richtig gemacht haben oder machen werden.
00:31:07: Wir wiederholen auch viele Dinge leider aufgrund der Präkarität dieser Strukturen, wo wir immer wieder merken, jetzt sind wir wieder in Fallen getappt die wir eigentlich selber gar nicht wollten und trotzdem bringen wir da immer wieder eine reflektive Ebene mit.
00:31:20: und was wir aber schon sagen können über die siebte Ausgabe, die wir jetzt gerade planen dass wir in unserem Team zum Beispiel wirklich immer wieder sehr diverse Perspektiven mit drin haben und das wir unterschiedlichste Debatten auch in unserem team führen politische Debatten zwischen Israel und Palästina oder Taiwan, China.
00:31:39: Oder sei es Präkaritätsdebatten.
00:31:42: dann die Frage von freier Szene versus Rassismus?
00:31:46: Es war am Anfang auch ein ganz großes Thema dass sozusagen Kritikpunkte an uns herangetragen worden sind.
00:31:52: wo wir auch noch mal sagen mussten naja aber ist halt die Forderung nach mehr höheren Honoraren ist auch in Kampf der kompletten Freien Szene.
00:31:59: Es ist jetzt nicht nur das so zu sagen wir person of color irgendwie anders bezahlen als weiße Artist, sondern es ist sozusagen und wir bezahlen tatsächlich im Verhältnis zu manchen anderen Konstellationen der freien Szene gar nicht so schlecht.
00:32:14: Das ist aber... Es ist halt immer die Frage, zu wem vergleich ich mich?
00:32:18: Aber wir sind keine Institution mit einer Millionenförderung!
00:32:21: Und das sind aber halt all diese Debatten, die da ja auch mit rein spielen.
00:32:25: Ich glaube, da bewegen wir in einem Spannungsfeld, indem wir irgendwie gemerkt haben uns interessiert was aufzubauen auch mit allem Privaten da reingehen und sein Leben dafür hergeben eigentlich, was auch manchmal echt an die Grenzen geht.
00:32:42: Aber auch gleichzeitig halt den Glauben daran dass wir damit auch einen Teil dieser Kanonisierung vielleicht herstellen können.
00:32:49: Was du gesagt hast so eine Instituzionalisierung die vielleicht dann an irgendeinen Punkt auch schwerer ist weg zu rationalisieren.
00:32:56: das wünschen wir euch und den Nachwuchskünstlerinnen.
00:32:59: jetzt hören wir noch mal ein bisschen Musik.
00:33:08: Wir sind bei Leeradio, eurer queer feministischen Radiosendung heute mit einem Teil des Orgerteams vom Flugto Plasma Festival.
00:33:17: Nachdem wir jetzt schon gehört haben über den Namen und die Geschichte und was das Festival überhaupt ist wollen Ellen Situation des Festivals kommt.
00:33:30: Gerade haben wir den letzten Block beendet mit der Frage von politischer Vision versus den Ressourcen, die einem so zur Verfügung stehen gerade auch vor dem Hintergrund der aktuellen
00:33:42: Wahlen.
00:33:43: Da wollte ich nochmal fragen wie sieht's
00:33:47: aus?
00:33:47: Mit den Visionen für das diesjährige Festival und den Ressen?
00:33:51: ihr habt ja schon angedeutet dass sich auch die Ressursenverteilung im Laufe der Geschichte des Festivals
00:33:56: verändert hat.
00:33:57: Ich glaube, wir sind in einem doppelten Rolle.
00:34:00: Also auf der einen Seite sind wir in Hamburg und es ist dann einer der wenigen Bundesländer sozusagen wo Kultur nicht gekürzt wurde.
00:34:07: Wir haben eine Förderung der Stadt Hamburg die auch uns erstmal so zu sagen mündlich als Projektförderung jedes Jahr zugesichert wird.
00:34:16: da haben wir auch ne Steigerung, das heißt auf der Ebene sind wir.
00:34:20: einerseits haben wir wirklich Glück dass wir hier in Hamburg sind.
00:34:25: Gleichzeitig haben wir schon festgestellt, dass sich über die letzten sieben Jahre das Interesse an den Themen sehr verändert hat.
00:34:34: auch zugenommen hatte zwischenzeitlich bei verschiedenen Stiftungen sich sozusagen zu sehr in eine Richtung zu positionieren und wir dann sozusagen als ein Festival wahrgenommen werden, was darauf keine Lust hat.
00:34:47: Vielleicht kann man da eindeutig sagen also uns wurde vorgeworfen linksradikales Festgewicht so sein?
00:34:52: Ja genau!
00:34:52: Und deswegen antidemokratisch nicht förderfähig.
00:34:56: Also das hat jetzt erst mal ein bisschen auch gedauert, bis wir da bei einigen Stiftungen und Stellenweise ist es bei einigern Politikern dann immer noch so.
00:35:07: Dass wir einfach Themen reingeben die Demokratie seitens angeblich sind.
00:35:12: in ihren Augen
00:35:13: Ja
00:35:13: genau.
00:35:14: Und dann sind wir wieder bei diesem Thema, was wir in dem letzten Block hatten.
00:35:18: Wo wir eher sagen würden naja eigentlich reden wir ja nur über das Grundgesetz.
00:35:21: aber gut andere Frage.
00:35:23: genau dadurch hat sich für uns schon viel verändert weil wir in den ersten Jahren so ein paar Stiftungen auch private teilweise, aber auch bundeszentrale für politische Bildung oder ähnliche TrägerInnen.
00:35:36: Wo wir das Gefühl hatten es gab so eine Phase da waren die Themen und Woke und wir haben relativ gut erklären können warum wir das Geld brauchen.
00:35:44: Das hat sich verändert.
00:35:45: Tollerweise ist die Stadt Hamburg dadurch aber auch in den letzten Jahren stärker mit eingestiegen.
00:35:50: Und das heißt aber momentan dass unsere Grundförderung halt immer die Stadt Hamburg unter vorderstellende Künste jede tausend Euro, die wir irgendwie dazu bekommen durch Kooperation und Förderung dazuzubekommen.
00:36:04: Und
00:36:04: das was uns glaube ich sehr beschäftigt ist einfach dieser Punkt dass es natürlich zukünftig gar nicht mehr so klar ist ob wir diese Unterstützung bekommen warum wir eben auch sehr stark zunehmend auf den Versuchen Netzwerke zu bilden, um auf eigenen Füßen zu stehen zu können und eben sehr dringend Fördermitglieder suchen.
00:36:25: Kleiner Wink mit dem Zaunfall gerne fördert
00:36:28: Fördermitglied
00:36:30: damit wir da auch zumindest eine Grundbasis vielleicht schaffen könnten die wir momentan halt de facto durch unsere Selbstständigkeit erarbeiten also die Grundbasism für die Infrastruktur erarbeiten wird durch unseren eigenen anderen Projekte dann tiefer nicht privat und das ist halt schon herausfordernd.
00:36:49: Ich will vielleicht das nochmal zusätzlich betonen, warum wir gerade versuchen durch Fördermitgliedschaften uns unabhängiger zu machen.
00:36:56: also es ist noch einmal so reinzugeben was Nina gerade beschrieben haben in den letzten Jahren haben wir von der bundeszentrale für politische Bildung Gelder bekommen Wir haben von der Stiftung etwas bekommen und so weiter und sofort.
00:37:09: Und dass hat's, dass wir von diesen Institutionen weniger bekommen haben liegt ja auch darin wie politisch gerade unter Zeit in sehr ungewissen Fahrwassern auch gerade ist.
00:37:19: Wir hatten Politikwechsel gehabt, also die Bundeszentrale für Politische Bildung und eine Ampel-Regierung mochte uns sehr.
00:37:27: Unter einer anderen Regierung plötzlich funktioniert das nicht mehr.
00:37:33: Das ist eine Erfahrung, die wir jetzt sehr vielen unterschiedlichen Kooperationspartnerinnen haben, die dann plötzlich nicht mehr diese Bundesförderungen dieser Form bekommen.
00:37:41: Wir haben gleichzeitig diese Ebenen.
00:37:44: Wir sind in Hamburg, wir sind gerade da sicher da was unseren Grundstock angeht.
00:37:51: Der aber noch nicht das Festival bei Weitem finanziert und haben letzte Zeit durch Kooperationen in den letzten Jahren mit anderen Bundesländern die zu diesen Themen arbeiten natürlich Projekte gemacht die beim Flug zur Plasma gezeigt werden konnten.
00:38:06: Dadurch, dass wir das Bundesland sind wo es keine Kulturkürzung gegeben hat.
00:38:12: Aber fast überall woanders und diese Projekte nicht mehr gibt brechen uns diese Kooperationen sozusagen auch enorm weg!
00:38:20: Und das ist für uns... Wir können sagen einer privilegierten Ebene uns brechen die Weg auf eine anderen Ebene.
00:38:28: Also da brechen gerade Lebensentwürfe, also Biografien politische, politische Kämpfebrechen zusammen und ich will sagen so dass wir hier aus einer Ebene können das wir versuchen das gerade hier zu halten.
00:38:41: Was aber was wir natürlich als eine Projektforderung als Nener unter Tee gar nicht halten können was gerade bundesweit wegbricht?
00:38:51: Aus dieser Erfahrung heraus, wir haben ein Verein da heißt Fluxus Quadratv.
00:38:56: Das ist der Träger eben halt dieses Festes Flugtoplasma.
00:39:00: Haben wir aber aus der Beobachtung was in anderen Bundesländern wie Thüringen, Sachsen-Anhalt und so weiter passiert auch in Berlin durch die Kulturforderungen wesentlich andere politische Kontext, aber trotzdem sehen wir diese starken, also zusätzlichen Kürzungen und die Präkarisierung.
00:39:21: Die Frage ist wie können wir als Institution, als Struktur unabhängiger werden um die Unwegbarkeit in der Politik abzufedern?
00:39:32: beziehungsweise gesetztes Falls eines Tages kommt eine rechtsextreme Partei an die Macht?
00:39:41: müssen wir jetzt Dinge schon Infrastruktur regeln, dass wir nicht von den Faschisten finanziert werden müssen und deswegen brauchen die Unterstützung.
00:39:52: Und Fördermitglieder sind eure Antwort?
00:39:55: Ist
00:39:55: einer!
00:39:56: Eine Antwort.
00:39:57: Wir suchen auch Partnerschaften mit privaten Stiftungen oder so, aber das ist natürlich auch wieder die Frage wer hat Interesse?
00:40:04: Mit wem möchten wir zusammenarbeiten?
00:40:05: und so weiter?
00:40:07: Aber Fördermitgliedschaften ist natürlich einfach ein Symbol dafür Wie viele Leute hinter dem Festival und den Ideen stehen?
00:40:16: Und wie viele Leute sagen, das ist wichtig für diese Stadtgesellschaft.
00:40:19: Je mehr Leute Mitglied sind, desto mehr können wir argumentieren, dass es wichtig ist, dass unsere Arbeit weitergeht.
00:40:27: Es ist auch jenseits des Geldes eine symbolisch bedeutsames Schritt.
00:40:34: Da muss ich sagen hier geht's nicht nur ums Flugzeug Plasma Hier geht es wirklich um eine, ich nenn's mal.
00:40:40: Also wie gehen wir kulturell um aus Strukturen zu sichern?
00:40:48: die wir wichtig werden, kulturell und politisch.
00:40:51: Das bedeutet... Wir haben jetzt gerade von uns Fluxus Quadratv gesagt, aber es gibt unglaublich viele Vereine, Ennis, die Spenden brauchen!
00:41:00: Und das ist jetzt die Zeit sich genau anzuschauen welche Strukturen gestützt werden müssen und wie viel ich geben kann damit wir auch einen gewissen Stabilität aufbauen können wenn die Faschisten kommen sollten.
00:41:18: Und das ist ja nicht einfach vor dem Hintergrund, dass ja die Umverteilung weiterhin von unten nach oben stattfindet und die Leute ja auch nicht mehr Geld in der Tasche haben als sage ich jetzt mal in den Achtziger, Neunzigern oder Anfang der Zweitausende.
00:41:33: Wenn sich der Staat und kulturelle Förderinstitutionen überall rausziehen... Also sozusagen Privatleute wie ihr und die Leute hier in der Stadt, dann das alleine schaffen so neue Institutionen zu tragen.
00:41:46: Die ja aber auch eine Materialität brauchen ist gar nicht so.
00:41:51: Selbstverständlich.
00:41:52: Es ist nicht selbstverständlich auf jeden Fall und auch wir natürlich, Wir arbeiten auch komplett prekär Und wir können uns auch nicht alles leisten und wir können auch nicht überall hingehen Auf jeden fall.
00:42:01: ich glaube aber trotzdem das es schon Ich nenn's mal schon der Gedanke sich zu überlegen wie sieht meine solidarische Freizeit aus?
00:42:09: Wie sieht mein solidarisches Leben nach also meiner Lohnarbeit aus?
00:42:13: wo was mache ich schon wert ist Dere man also nachdenken wohin welche welch von dem wenig was wir haben rein zu geben.
00:42:20: Und natürlich ist mir schon vollkommen klar, wir sprechen hier von ganz vielen Leuten die gerade weniger Geld im Portemonnaie haben.
00:42:28: aber wir wissen auch ganz viele Leute die haben grade mehr Geld in der Tasche und dieser Aufruf gilt auch insbesondere für die.
00:42:36: Und die Solidarität findet ja nicht nur auf dieser Ebene statt sondern auch auf einer inhaltlichen Ebene.
00:42:41: setzt ihr euch ja mit den aktuellen Zeit auseinander.
00:42:44: das euer Festival Motto habt ihr schon genannt Da würde ich jetzt auch noch mal reingehen, was es da an Symbolik und Unterstützung und gegenseitigem Austausch so gibt.
00:42:55: Was uns ja auch wartet für die Zeiten, die auf uns
00:42:57: zukommen.
00:42:58: Also du meinst jetzt auf dem diesjährigen Festival zum Beispiel?
00:43:02: Grundsätzlich glaube ich laden wir einfach ein immer sehr viele verschiedene Perspektiven kennenzulernen.
00:43:08: also das heißt Was Flugteplasma nicht ist, ist sozusagen die eine politische Richtung und ja die eine Einstellung, die man sich da bestätigt fühlt.
00:43:18: Sondern eher die Frage... wollt ihr verschiedene auch vielleicht sich widersprechende Künstlerinnen und Diskussionen miterleben.
00:43:25: Wir freuen uns sehr, dass wir dieses Jahr eine große Kooperation mit der Coalition for Public Discourse und dem Dagesh-Netzwerk haben.
00:43:32: Das heißt schon auf dem Eröffnungspanel haben wir nach einer Keynote von Max Jollig dann den Panel mit Mitgliedern aus diesem Netzwerk und wir werden das Netzwerktreffen von Dageschkünstlerninnen und der Koalition Freitag Vormittag bei uns sozusagen im Rahmen des Festivals stattfinden lassen.
00:43:48: Dieses haben wir tatsächlich relativ viele Netzwerkveranstaltungen auch, also wir haben einmal das, wir haben Freitag Nachmittag werden wir im Rahmen unserer Konferenz die wir schon angesprochen haben auch nochmal einladen zu so einem Netzwerk und Vernetzungs-Eventive Kulturschaffende in Hamburg generell wo es uns auch ein bisschen darum geht wie können wir sozusagen Allianzen verstärken innerhalb der Stadt eben um darüber zu sprechen was wir gerade diskutiert haben?
00:44:14: Wie können wir uns vielleicht auch in Zukunft gegenseitig unterstützen und uns aufmerksam aufeinander machen, uns gegenseITich besuchen?
00:44:22: Und dadurch auch Allianzen schaffen.
00:44:25: Wir haben den Dachverband Hamburgdekolonial bei uns dieses Jahr im Festival der seinen Kickoff-Veranstaltung machen wird also mehr.
00:44:32: so Events die dazu einladen sich kennenzulernen sich zu informieren und Verknüpfungen zu binden mit Leuten, die vielleicht irgendwie für einen interessant sind können.
00:44:43: Also wir kreisen um die Frage was können wir jetzt machen?
00:44:46: Wie sieht eben halt eine Politik des menschlichen aus?
00:44:50: und deswegen heißt unsere Konferenz ja auch der Politics of Being Human.
00:44:53: also Heinrich Horowitz wird zum Beispiel aus einer queeren Perspektive, künstlerischen Perspektiven sagen Was bedeutet Kunst in dieser Zeit politischen Rechten und autoritären Destruktionen.
00:45:07: Wir haben mit Nile eine Frage stellen, wie kann man auch aus einer marginalisierten Perspektive als Pressearbeit machen?
00:45:16: Als ein Workshop dass wir haben Verlaffeln und Champagner die Frage also die Frage von seinem Podcast, die Frage Queerness und Islam.
00:45:30: Es ist noch nicht auf unserer Homepage.
00:45:32: Wir arbeiten gerade in dieser Veranstaltung, wir haben zum ersten Mal Kompositionen-Auftrag gegeben und zwar geht es um die Frage wie kann man Religion und Queerness vertronen?
00:45:46: Und weil wir gesagt haben, gerade in der jetzigen Zeit, wir dürfen also den Begriff der Tradition, der Werte, der Religiosität, den Konservativen und Rechte nicht überlassen Und es hatten gesagt, wir geben mal Musikerinnen einfach mal einen Aufträge.
00:46:05: Wie kann man zum Beispiel Textstellen aus den monotheistischen Buchreligionen vertonen und haben dann auch sehr religiöse Quiere Menschen, die einen Input rein geben.
00:46:17: Unter anderem Tugay Saraj, der ist so sehr berühmt aus den ja also queren Perspektiven auf sichslaben.
00:46:23: dann haben wir aber auch Leute aus den jüdischen und christlichen Perspektive, die dann sprechen, dass wir das gesagt haben okay gut das ist noch nicht auf der Homepage weil wir daran noch arbeiten, das so gut wie möglich zu framing, weil das muss ja auch sehr gut geschützt werden, so eine Veranstaltung
00:46:40: Von Bibel bis Ballroom, von Koran bis...
00:46:43: Oh!
00:46:43: Das ist sehr gut.
00:46:45: Von Bibels bis Ballrooms ist ein sehr guter Titel.
00:46:48: Das geht mir mir.
00:46:50: Aber das ist halt das Wertvolle an diesem Festival.
00:46:52: Es gibt nicht nur eine Woche im Jahr sondern diese Netzwerke die da geknüpft werden und diese Leute die sich begegnen.
00:47:00: Was ihr da schafft wirkt ja das ganze Jahr nicht nur in Hamburg sondern weit darüber hinaus.
00:47:06: eure Kooperationen umspannen ja die halbe Welt
00:47:10: Ja, zum Beispiel.
00:47:11: Wir sind ja gerade aus der Ukraine zurückgekommen weil wir ja auch wirklich, also auch Kooperation mit der Ukraine, gerade Versuch mit ukrainischen Künstlerinnen und Mal schauen!
00:47:21: Also dieses Jahr haben wir eine Veranstaltung zu der Frage von Perspektive von jungen Menschen, die ihn aus Resson berichten.
00:47:33: Wir versuchen da schon sehr stark die Brücken zu halten, die Kommunikationswege zu erhalten.
00:47:40: Weil wenn dir einbrechen ist glaube ich alles verloren.
00:47:43: Das macht ihr und wie das damit weitergeht darüber reden wir nach dem nächsten.
00:48:11: Wir haben schon drei Interviewteile mit dem beiden Fluktu Plasma-OrganisatorInnen gehabt und kommen jetzt zum Letzten.
00:48:19: Falls ihr die ersten drei Teile verpasst habt, hier noch einmal der Hinweis, er könnt die Sendung gerne nachhören auf freie-radius.net oder bei eurem liebsten Podcast Anbieter!
00:48:33: Wir haben den dritten Teil des Interviews gerade beschlossen der Aussage, dass wir die Tradition und die Religion nicht den Rechten überlassen können.
00:48:45: Weil das wichtig ist für viele Leute und wir ja alle mitnehmen wollen in die post-migrantische Zukunft, die ihr auf eurem Festival schon heute zur Realität macht.
00:48:58: Vielleicht wollt ihr uns noch ein bisschen was erzählen zu der Zusammenstellung des Festivals dieses Jahr wo ihr die Schwerpunkte gesetzt habt wie er entschieden habt und worauf ihr euch jetzt zukünftig
00:49:11: freut.
00:49:13: Genau, also wir haben ja schon erwähnt!
00:49:15: Wir haben diese Kooperation mit der Coalition for Public Discourse womit halt die Eröffnung auch so bisschen startet.
00:49:22: Also dieser Frage von eben, wie geht das jetzt weiter?
00:49:25: Wir haben ja schon sehr viel über die Frage der Veränderung des post-migrantischen diskutiert und der Entziehung von Ressourcen.
00:49:31: Das wird auf alle Fall ein großes Thema sein.
00:49:34: Daran anknüpfen wollen wir dieses Jahr aber auch uns der Frage widmen sozusagen in Ergänzung dessen dass wir es Gefühl haben immer wieder werden verschiedene Perspektiven durcheinander gewirbelt zwischen postmekrantisch, international, diasporisch.
00:49:52: und deswegen haben wir speziell in unserer Konferenz auch nochmal den Fokus darauf gelegt zu fragen.
00:49:57: Was sind denn eigentlich die Unterschiede?
00:49:59: Was sind die Gemeinsamkeiten?
00:50:01: Und wie können wir da Verbindungen herstellen?
00:50:03: Deswegen auch dieser Netzwerkteil am Freitag-Nachmittag, wo wir auch noch mal explizit Leute aus den verschiedenen Verbindung einladen.
00:50:09: Aber wir sind zum Beispiel auch in der Kooperation mit dem ETI, dem Internationalen Theaterinstitut im Deutschland aber auch anderen Partnerinnen, wo es uns einfach nochmal darum geht diese Perspektiven nebeneinanderzustellen.
00:50:23: und weil oft glaube ich auch Leute die sich nicht so viel mit diesen Fragen beschäftigen dann oft denken okay wir sind volles international Festival, was wir nur entteilen sind.
00:50:32: Weil eigentlich ist unser Fokus sozusagen eine diverse Staatsgesellschaft in Hamburg und in Deutschland.
00:50:38: Genau das ist ein Fokus den wir haben.
00:50:41: Aber wir sind nicht nur ästhetisch, weil wir eigentlich explizit auch ein politisches Festival sind.
00:50:47: Wir haben gesagt, dass in der Zeit, wo sehr viele Leute schon das Mittelmeer vergessen, sie auch einmal zeigen mit einem Film kein Land wie niemand.
00:51:00: Die Frage ist, wie sieht diese Situation gerade aus?
00:51:03: Grenzregion Europa, Grenz-Regimeuropa, dann auch asylum seekers podcast aus Großbritannien... Hier versuchen die Verbindungen zu halten in den politischen Ebenen bis nach Großbritannien.
00:51:16: Und dann haben wir auch geboren und aufgewachsen und amordet in Deutschland eine Literaturlesung von jemandem, der Hanau überlebt hat.
00:51:26: Das werden wir glücklicherweise zusammenarbeiten mit der Friedrich-Eberstiftung
00:51:29: machen.".
00:51:30: Genau.
00:51:31: Und sozusagen andocken daran, dann eben diese andere Sparte wird viel über performative Sachen und Künstler, also musikalisch... Also wir hatten ja schon Salva Yeradat vorhin gehört.
00:51:41: die wird ein Konzert bei uns spielen.
00:51:42: am Freitagabend im Tonali und vor dem Konzern haben wir eine Lesung von Muscheln am Strand von Gaza, also in der palästinensischen Perspektive wo es sozusagen auch um naja einerseits um die Vernachlässigung oder die Nichtaufmerksamkeit aus dem internationalen Spektrum geht aber Kampf innerhalb Palästinas, wenn man sich sozusagen in der Opposition zu Hamas befindet.
00:52:05: Also das ist sozusagen so eine Lesung die dann auch davor stattfindet.
00:52:08: Dann hatten wir ja schon die szenische Lesung mit dem Text von Andri May beziehungsweise von Jugendlichen aus der Ukraine erwähnt.
00:52:15: also da ist auch noch mal so eine internationale Perspektive und wir freuen uns aufs sehr dass wir Schlomi Motowagner bei uns begrüßen dürfen mit der Performance Salvation.
00:52:24: Das ist sozusagen ein bisschen der Sonntag-forminanter Abschluss vielleicht Sonntagabend eine queere Performance, die
00:52:32: ja
00:52:32: glaube ich Lust auf Glitzer und Leben und Liebe macht wird im Ernst-Deutsch-Theater in Laboer stattfinden.
00:52:39: Aber
00:52:40: ich möchte noch eine Sache eben da haben wir schon sehr viele Programmpunkte genannt und vielleicht noch eine Ebene sagen weil das glaub' ich so ein Juwel ist was vielleicht ganz viele Leute nicht sehen werden auf unserem Programm weil diese Person, weil so unbekanntes also Antikon auf einem Resonanzraum... nämlich unsere allerallererste Motenschow.
00:53:02: Und zwar von, also ich hoffe, ich spreche es richtig aus, von Juice-Moten, also ukrainisch jüdische Modedesignerin die versucht in ihrer Arbeit Stoffe zu benutzen, die nicht tierisch sind.
00:53:15: und wir bauen richtig zwei Tage eine Modeschow auf im Resonanzraum, die dann am samstern Resonansraum gezeigt wird
00:53:24: Krass.
00:53:24: Es wird auch noch mehr geben außer dieser einen Mundschau, aber genau da sind wir bleibt gespannt.
00:53:30: Wir bauen dann noch Überraschungen ein.
00:53:32: Aber auf alle Fälle Genau das wird noch ganz spezieller Abend für uns.
00:53:37: auf alle fälle Ja
00:53:38: wow Das klingt fantastisch.
00:53:40: wenn ihr da Leuten nicht Lust gemacht habt aufs festival weiß ich auch nicht.
00:53:44: also Ich will alles davon sehen.
00:53:48: Was wünscht ihr euch denn noch Das Festival für die Zukunft, das Festivals.
00:53:54: Viele Besuchenden!
00:53:56: Ja ich glaube so ein Festival lebt... auch von den Besuchenden natürlich, die diese Kunst sehen.
00:54:01: Und deswegen freuen wir uns insbesondere auf die Besucherinnen und auf die Gespräche, die kommen werden.
00:54:06: Wir haben diesmal auch im Westwerk am Sonntag gesagt, wirklich gut!
00:54:09: Wir brauchen mal so ein... Ich nähe es mal Sunday Club, wo Menschen einmal zusammen hoppen können, ein bisschen relaxede Musik hören und miteinander sprechen können.
00:54:17: Ich glaube, gerade in dieser Zeit, in der wir gerade sind, brauchen wir diese Ebenen des Brückenschaffens die nicht unbedingt nach Empörung laut sind, sondern viel leiser sind und dafür vielleicht aber auch nachhaltiger und auf der Ebene des gegenseitigen Verstehens.
00:54:37: Das finde ich schön zu hören!
00:54:39: Ich kenne auch viele... politische Festivals, die eher so sind wie ah Gott.
00:54:43: Dann kommen die Besucherinnen.
00:54:44: das ist eine Notwendigkeit weil sie bezahlen die Tickets.
00:54:47: aber eigentlich sind wir froh wenn die wieder weg sind und wir uns in Ruhe mit den anderen den Leuten hinter dem Festival austauschen können.
00:54:55: Und da merkt man so doll euren Anspruch mit dieser Solution in Humanity dass ihr wirklich daran interessiert seid mit den Leuten in den Austausch zu gehen und diese Verbindungen und Netzwerke zu schaffen.
00:55:10: Absolut, danke dass du es so wahrnimmst.
00:55:12: Aber absolut im Sinne von ja das ist unser Anspruch.
00:55:15: und wenn du jetzt auch auf Wünsche und Hoffnungen und Visionen zielst, das ist schon jedes Jahr unsere Hoffnung.
00:55:23: aber ich finde dieses Jahr schon einmal speziell, dass sich daraus Beziehungen knüpfen und Verbindungen die uns auch weiter tragen miteinander.
00:55:32: Also jetzt meine ich gar nicht nur uns als Festival oder uns als Besonderer, alle die da kommen weil alle Künstler ändern alles Biker in alle die hier kommen sind alles Leute die sich für eine andere Welt einsetzen.
00:55:44: Es sind alles leute die machen.
00:55:46: die Kunst und die Gedanken die sie sich machen, machen sie weil sie was irgendwie für ne andere welt stehen das irgendwie miteinander zu feiern und da Verbindungen herzustellen, dass da Allianzen entstehen.
00:55:59: Das ist eigentlich die große Vision auch, dass wir uns als viele fühlen, weil wir sind auch viele, die es anders wollen und dass wir das vielleicht spürbar machen können.
00:56:10: Und vielleicht ist das auch eine Politik oder ein Arbeit in einer Zeit wo ich glaube sie wie für Optimismus gerade wirklich keinen Grund haben?
00:56:19: und für Pessimismus absolut keine Zeit.
00:56:22: Und die Frage ist, wie können wir agieren in dieser Ebene wo wir noch nicht wissen wollen alles geht?
00:56:28: Ich glaube es ist total wichtig in dieser Zeit alles zu versuchen um jegliche Formen des politischen Handels und diese Brücken zu erhalten damit Menschen darüber gehen können.
00:56:42: Gerade als ein Mensch ich habe eben erzählt meinen zwanzigern hab ich Bühnen gestürmt und alles Mögliche.
00:56:48: Und ich weiß ja, wie wenig von dieser, ich nenn's mal, vermeintlichen politische Radikalität in meinem Leben wirklich übrig geblieben ist.
00:56:55: Ich finde, der Zeit, in der wir gerade sind, ist das Aufbauen menschlicher langfristiger Beziehung des Radikals, was es geben kann.
00:57:04: Darf ich nicht mehr viel hinzuzufügen?
00:57:06: Ich
00:57:06: auch nicht!
00:57:08: Wenn uns das gelingt... Was stellt ihr euch vor für die
00:57:12: Zukunft?!
00:57:13: Naja, keine AfD im Parlament.
00:57:16: Das wär schon mal ... Aber ja also...
00:57:19: Ich glaube ich wünsche mir eine Welt gerade in dem Moment wo wir diese Gesprächen herführen müssen weil ich möchte eigentlich schon über völlig andere Dinge reden und ich möchte dass wir einfach diese Ebenen nicht ohne Grund.
00:57:37: wie Nina eben gesagt hat ist Das Leben in Würde und in Gleichheit ist das Grundfundament unseres Lebens hier.
00:57:46: Es sollte zumindest sein, dass wir es noch nicht können.
00:57:53: Und diese Ebene gleichzeitig zu denken, dass die Herausforderung ist, diese Gleichzeitigkeit zu leben.
00:58:00: Würdevoll und Gleichheit und der individuellen Besonderheit.
00:58:06: Das muss die Basis sein, ansonsten werden wir auch in der nächsten Generation wieder einmal um die gleichen Fragen drehen, die das zwanzigste und neunzehnte Jahrhundert noch nicht beantworten konnten.
00:58:16: Ja aber dann vielleicht doch nur ein bisschen pessimistischere Perspektive weil mir natürlich auch klar ist... also du sagst jetzt achtzig Jahre und man kann da aber auf die ganze Menschheitsgeschichte gucken und de facto wissen wir halt auch.. Die Realität wird nicht sein dass wir mit unserem Festival die AfD aus dem Parlament kicken, das ist mir klar Und ich dann aber auch einfach denke, dass diese Verbindungen und dieses diese Räume zu schaffen in denen das was du gerade beschrieben hast gilt.
00:58:44: Dass das ja schon eine Form des Widerstands ist da geht es einfach nur darum dieses Prinzip einzuhalten, dass wir immer weitermachen diese Röme zu gestalten.
00:58:52: Das wir immer weiter machen die Räime aufrecht zu erhalten und zu sagen nein Es gibt die Menschen die möchten das so und es gibt die menschen die für diese Würde für alle kämpfen weil wir einfach Wir müssen anerkennen, es sind nicht alle Menschen.
00:59:07: Es gibt Menschen die möchten das nicht aber dass wir aus Prinzip dagegen immer weiter angehen.
00:59:13: Das ist sozusagen dann vielleicht die realistischere Antwort auf das was diese Vision und den Wunsch zu sagen dass wir immer mehr finden und immer weitermachen können damit wir zumindest in diesen Momenten stark uns fühlen können und sagen können doch wir machen weiter und wir sind da.
00:59:32: Und wenn wir uns die ganz lange Perspektive angucken, dann gab es ja schon immer wieder dunkle Zeiten in der Geschichte der Menschheit.
00:59:38: Und trotzdem hat sie sich auch immer progressiv weiterentwickelt.
00:59:44: und auch wenn jetzt vielleicht gerade die Aussicht nicht die hellste ist finde ich das ja die Stärke eures Festivals eben nicht Belanglos zu sein und sich die politische Dimension auszublenden.
00:59:57: Und gleichzeitig aber nicht im Pesimismus zu versinken, weil davon wird es sich auch nicht verändern sondern ihr schafft das ja euch mit den Themen auseinanderzusetzen.
01:00:07: und da aber so... Auch die schönen Momente was man gestalten kann, was Neues schaffen kann Was so ein Potenzial eröffnen kann für Leute.
01:00:17: Dafür schafft ihr ja eine Plattform oder einen Forum
01:00:22: Erinnerung, das heißt ja der Spruch.
01:00:24: Und ob wir die dunkelste Phase gerade jetzt erreicht haben?
01:00:27: Wahrscheinlich nicht!
01:00:28: Aber dass es muss uns immer bewusst sein und ich glaube auch weiterhin, man muss auch Menschen in den neunziger Jahren sprechen... Das war eine dunkle Phase für sehr viele Menschen.
01:00:39: Auch ich bin in dieser Zeit aufgewachsen und es ging dann auch irgendwie weiter.
01:00:44: Ich glaube diese Ebene ist immer wieder auszupacken Auch gerade die älteren Generationen, die bestimmte Phasen hinter sich schon haben nochmal zu befragen.
01:00:53: Wie habt ihr das damals eigentlich gemacht?
01:00:56: Wie habt Ihr gelernt in dieser Zeit nicht zu verruhen?
01:01:01: Das ist glaube ich wird es total wichtig sein für uns.
01:01:06: Diese intergenerationale Perspektive von den ganz neuen Jungen yet to come Artists bis zu denen, die schon lange sich in diesem Feld bewegen, die bekommen ja alle zu eurem Festival und können sich da nochmal austauschen.
01:01:22: Ich wünsche euch total viel Erfolg dafür!
01:01:24: Und für alle Netzwerke, die daraus entstehen damit wir noch viele Ausgaben des Fluktoplasma zusammen feiern können.
01:01:30: Ich danke euch sehr dass ihr euch die Zeit genommen habt heute hier zu sein.
01:01:33: Vielen Dank für die
01:01:35: Einladung!
01:01:37: Und an alle unsere Hörerinnen unterstützt das Flugtoplasmatat grächtig mit allen euren Möglichkeiten.
01:01:43: Vielen Dank, alles Liebe!
01:02:29: Edgecliff
01:02:30: ist eine ausgedachte, windigraue Kleinstadt an der britischen Küste.
01:02:35: Kits auf Skateboards, Banke mit Mehrblick – alles scheinbar
01:02:39: idyllisch
01:02:40: wie auf einer Postkarte.
01:02:43: Doch da sind auch baufällige Reihenhäuser, Industriebrachen und Läden voller billigen Luxus in der High Street.
01:02:51: Mit diesem Szenario beginnt der langersehnte zweite Roman ein Leben lang gesucht von Kate Hempest Auf Deutsch bei Suhrkamp übersetzt von Coni Lörsch, driehundetneunzig Seiten, fünfundzwanzig Euro.
01:03:05: Ein Buch durch das du dich am Anfang mühsam kämpfst und es dann am Ende nicht mehr aus der Hand legen möchtest.
01:03:13: Im Zentrum steht Rosco Taylor.
01:03:16: Rosco heißt nur so weil Day als Kind ständig rot geworden ist.
01:03:21: Die Charme steckt also schon im Namen.
01:03:24: Das Buch lässt aber offen, ob der Name auch eine Anspielung auf den expressionistischen US-Maler Mark Rosco sein könnte.
01:03:32: Der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts mit glühenden Farbflächen berühmt wurde.
01:03:37: Day, Demm und Deren sind die Neopronomen, die für Rosco über weite Strecken des Romanes verwendet werden.
01:03:44: Und das ist keine Spielerei sondern eine Frage von Existenz.
01:03:48: in einer Welt Die Roscoe kaum Platz lässt, ist diese Sprache das einzige Werkzeug zur Selbstemächtigung.
01:03:55: Das noch
01:03:55: bleibt.".
01:03:57: Eigentlich will Roscoes – das steht schon auf den ersten Seiten – einfach berührt und gehalten werden von einer Person die weiß wie man einen Körper wie deren begegnet.
01:04:08: Und eine Person konnte das Dionn, die Jugendliebe.
01:04:12: Aber dass es sehr lange her!
01:04:14: Und dazwischen ist viel fürchterliches passiert was im Roman erst nach und nach aufgedeckt wird.
01:04:19: Tempest
01:04:20: zeichnet ein fragiles Leben, das seine Stärke aus dem Leben an der Kante speist.
01:04:25: Edgecliff ist
01:04:27: ein Ort am Rand.
01:04:28: Roscoe
01:04:29: stand schon viele Male an diesem Rand und der Buchtitel «Ein Leben lang gesucht» ist Teil eines jüdischen Gebets in Yom Kippur den Tag der Versöhnung.
01:04:40: Wir sind aus Staub gemacht und kehren zum Staub zurück haben einen lebenlang gesucht nach Halt Und so geht es auch um Versöhnung mit sich selbst, der drogensüchtigen Mutter dem abwesenden Vater den verpassten Chancen.
01:04:57: So springt der Roman im zweiten Teil also zurück in Roscos Jugend.
01:05:01: Kate Tempest erzählt so brutal und realistisch von einer Familie die in Gewaltspiralen feststeckt – und das ist kaum auszuhalten!
01:05:11: Das Reihenhaus, in dem Vater Ezra ein Zuhause bauen wollte und gescheitert in denen Roscoe als Kind nach der suchtkranken Mutter Meg gesucht hat.
01:05:21: Das Mobbing und dieser Körper, der nicht passt.
01:05:25: Eine Schlüsselfigur für Roscos Transition ist Fletcher ein Transmann, der dem schon zur Seite steht lange bevor Rosco sich autet.
01:05:34: Er lebt mit anderen queeren Menschen auf einer Industriebrache in Transportern, Lastern und Wohnwegen Und auch Rosco findet dort eine quiere Wahlfamilie Hält sich – Mit Gelegenheit-Jobs über Wasser.
01:05:47: Auch Dion taucht wieder auf und mit ihr die Hoffnung auf eine friedliche und erfüllende Beziehung.
01:05:56: Ist der Roman doch die meiste Zeit recht düster, so flackt an dieser Stelle etwas Helles auf?
01:06:02: Erzählt wird nicht chronologisch, doch am Ende fügen sich die Zeitebenen zusammen und man sieht wie das Leid von früher das Leit von heute weiter treibt.
01:06:12: Roscoe's Transition ist keine gerade Linie
01:06:15: sondern
01:06:16: ein Seher-Prozess.
01:06:18: Der Schmerz ist zu spüren, den ein Körper aushalten muss.
01:06:22: Nur um er selbst sein zu können und umso größer auch die Euphorie als Roscoe es zum ersten Mal ausspricht.
01:06:29: Ich bin einen Mann Ab da heißt es Er Und als Leserin erleben wir den Befreiungsschlag.
01:06:38: Die unterschiedlichen Pronomen, die für Roscoeh verwendet werden sind ein bedeutendes Stilmittel im Roman und sollen womöglich irritieren.
01:06:47: Ich interpretiere sie eher als das Schaffen einer neuen sprachlichen Realität, in der es ganz normal ist, Neopronomen zu verwenden.
01:06:56: Eine Realität die wir nur reichen können wenn Bücher so geschrieben werden und Geschichten so erzählt werden wie Tempest es tut.
01:07:05: K-Tempest ist geboren in Southeast London.
01:07:11: Ist Dichter, Schriftsteller, Texter, Performa und Musiker.
01:07:15: An vielen Stellen des Romanes ist dies
01:07:17: bemerkbar,
01:07:18: da Sprachmelodie und Rhythmus ineinandergreifen wie auch im Rap.
01:07:22: Und mitten im rauen Sozialrealismus tauchen plötzlich die sechs Szenen auf voller Zärtlichkeit – ein Bruch der aber funktioniert!
01:07:32: Mein Fazit?
01:07:34: Ein Leben lang gesucht
01:07:35: ist hart, düster
01:07:38: und stellenweise quälen… Aber es lohnt sich den Roman zu Ende zu
01:07:42: lesen.".
01:07:43: Am besten Taschentücher und Durchhaltevermögen mitbringen.
01:08:10: Eine neue Untersuchung der Menschenrechtsorganisation Outright International zeigt, wie stark das Stopp amerikanischer
01:08:17: Hilfsgelder die Quere-Zivilgesellschaft weltweit trifft.
01:08:22: Befragt wurden
01:08:23: twohundertneinundzwanzig Organisationen in vier neunzig Ländern.
01:08:28: knapp Neunzig Prozent von ihnen verloren Fördermittel fast die Hälfte mehr als die hälfte ihres gesamten
01:08:34: Budgets.
01:08:36: Besonders stark betroffen sind kleine Gruppen in autoritär regierten und armen Staaten, die kaum Rücklagen und oft keine anderen Geldgeber haben.
01:08:46: Die Folgen sind unmittelbar – Gesundheitsangebote, psychosoziale Begleitung, HIV-Preventionen, Schutzräume und Nothilfe mussten vielerorts gekürzt werden.
01:08:58: Nach Angaben der Studien tragen trans und nicht binäre Menschen
01:09:02: sowie lesbische bisexuelle
01:09:04: und queere Frauen ein besonders großen Teil der Last.
01:09:08: Auch den amerikanischen Wahlkampf wird erneut auf dem Rücken von Transmenschen geführt.
01:09:14: Elon Musk will über seine Organisation America Pack mindestens hundert Millionen Dollar für die Zwischenwahlen ausgeben.
01:09:22: Laut Berichten richtet sich
01:09:25: der zentrale Werbesport gegen demokratische Kandidatinnen in Texas, Ohio und Iowa.
01:09:30: Und arbeitet mit transfeindlichen Botschaften.
01:09:34: Der Vorgangzeit, dass Transfeindlichkeit nicht nur als gesellschaftliches Vorurteil verbreitet wird sondern gezielt
01:09:42: als
01:09:42: politisches
01:09:43: Mobilisierungsmittel
01:09:44: eingesetzt
01:09:45: wird.
01:09:45: Begleitet wird dieses Vorgehen von Maßnahmen der Trump-Regierung, die die Anerkennung von Transidentitäten auf Bundesebene zurückdrängt und Schutzregeln abbaut.
01:09:56: Bolivien Aus Bolivieren
01:09:59: kommt dagegen eine historische Nachricht.
01:10:02: Fabiana Banzer und Scarlett
01:10:03: Rocher
01:10:04: haben seit nach fast vier Jahren Rechtsstreit als erstes gleichgeschlechtliches Paar des Landes zivilrechtlich geheiratet.
01:10:11: Das ist bemerkenswert weil das Das Paar berief sich auf die Rechtsprechung des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte.
01:10:33: Noch gilt das Urteil nur für die beiden Frauen, eine landesweite Öffnung der Ehe ist damit nicht
01:10:38: beschlossen.".
01:10:39: Trotzdem könnte die Entscheidung weiteren Paaren den Recht zu eröffnen und dem politischen Druck erhöhen.
01:10:45: Europa Ungarn.
01:10:48: In Ungarn zeichnet sich nach Jahren das staatlichen Rückbausquiererechter ein möglicher Kurswechsel
01:10:55: ab.
01:10:56: Direkt neue Regierung hat angekündigt, zentrale Teile des sogenannten Homopropaganda-Gesetzes aus der Orbanera zu streichen.
01:11:04: Seit zwanzig-einundzwanzig durften queere Inhalte nicht gegenüber Minderjährigen dargestellt werden, das traf Filme, Fernsehenbücher und auch Pride Veranstaltungen.
01:11:16: Der Europäische
01:11:17: Gerichtshof
01:11:17: hatte das Gesetz im April für unvereinbar mit EU Recht erklärt.
01:11:22: Nun sollen Regelung zum Schutz minderjähriger unabhängig von sexueller Orientierung formuliert werden.
01:11:29: Zuvor hat die Regierung bereits eine Änderung des Adoptionsrechts in Ausricht gestellt.
01:11:34: Für die Community wäre das ein bedeutender Schritt.
01:11:38: Offen ist aber, wie der Entwurf am Ende konkret formuliert und wie er im Alltag umgesetzt wird.
01:11:46: Auch das Verfahren gegen Maya T läuft noch – ein Urteil wird für Ende September erwartet!
01:11:53: Die Staatsanwaltschaft fordert im anhängigen Berufungsverfahren mehr als dreizehn Jahre Haft und strengere Haftbedingungen.
01:12:02: In erster Instanz waren acht Jahre verhängt worden.
01:12:06: Die Anklage wirft Mayer Tee Beteiligung an Angriffen auf mutmaßliche Rechtsextremisten vor, die Verteidigung verlangt Freispruch und zweifelt die Beweiskraft der vorgelegten Beweise an.
01:12:20: Türkei In der Türkei ist die Polizei letztes Wochenende in der Nacht vom Zwölften auf den thirteenthen September mit einer großangelegten Ratia gegen die Queerere Community vorgegangen.
01:12:33: Die Einsatzkräfte durchsuchten an fünfzehn Städten, Clubs, Bars und weitere Treffpunkte queerer Menschen.
01:12:40: Schon zuvor hatten Vereine gemeldet dass ihre Profile in den sozialen Netzwerken gesperrt und Mitglieder ihrer Vorstände festgenommen worden seien.
01:12:50: Die Ermittlungen werden von der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft geführt.
01:12:54: Betroffen waren nahezu alle großen Städte des Landes
01:12:58: sowie
01:12:58: mehrere
01:12:58: Urlaubsorte
01:12:59: an der Mittelmeerküste, ins Vizier gerieten Menschen und Einrichtungen die von den Behörden mit der Regenbogenflagge in Verbindung gebracht wurden.
01:13:09: Insgesamt wird gegen hundertneunundsechzig Verdächtige ermittelt.
01:13:13: wie viele Menschen bislang festgenommen worden sind ist noch nicht eindeutig geklärt.
01:13:19: Die Angabe reichen von sechsundzwanzig bis fünfzig Festnahmen.
01:13:23: Gegen die Razzien und die Festnahmewelle gab es Proteste, bei denen wiederum Menschen festgenommen worden sind.
01:13:31: Österreich.
01:13:32: In Österreich ermittelt Justiz nach einem Vorfall in Linz wegen des verdachtster unterlassenden Hilfe-Leistungen.
01:13:39: Eine Transfrau, die angibt vergewaltigt worden zu sein
01:13:42: soll
01:13:42: von zwei Krankenhäusern abgewiesen worden sein.
01:13:45: Erst nach Intervention von staatlicher Stelle erhielt sie medizinische Hilfe.
01:13:51: Russland.
01:13:52: In Russland wird Quiris Leben immer weiter aus Öffentlichkeit und Kultur verdrängt, in der russischen Ausgabe der Autobiografie des verstorbenen Papstes Franziskus wurden Passagen über quierer Menschen geschwärzt und gestrichen.
01:14:08: Dazu gehört seine Aussage
01:14:10: dass Homosexualität
01:14:11: kein Verbrechen sondern eine menschliche Realität sei.
01:14:15: Grundlage dieser Vorzensur sind die verschärften Gesetze
01:14:20: gegen
01:14:20: angebliche Homopropaganda und die Einstufung der sogenannten Queerenbewegungen als extremistisch.
01:14:27: Die Repression trifft auch konkrete Hilfstrukturen,
01:14:31: das russische
01:14:32: LGBT-Netzwerk eine der ältesten und bekanntesten queeren Organisationen des Landes muss seine Arbeit einstellen nachdem es als extremismisch eingestuft wurde.
01:14:43: Unterstützerinnern können dadurch selbst strafrechtlich verfolgt werden.
01:14:48: Dieser Gefahr will das Netzwerk seine Mitarbeiter erinnern und Unterstützerinnen nicht aussetzen.
01:14:53: Mit der Schließung fällt eine wichtige Anlaufstelle Verrechtsberatung, Nothilfe- und Schutz weg.
01:14:59: Deutschland.
01:15:01: In Deutschland dreht sich die Debatte nach dem tödlichen Anschlag auf den Berliner CSD weiterhin auf Sicherheit und polizeilichen Schutz.
01:15:10: Das Bundeskabinett hat einen zehn Punkte Plan gegen Terrorismus und Extremismus beschlossen.
01:15:15: Vorgesehen
01:15:16: sind insbesondere Änderungen im Strafrecht, dabei strenge Regelungen bei bestimmten Messerstraftaten.
01:15:24: Queere und linke Verbände kritisieren jedoch, dass der Plan keine ausdrückliche queerpolitische Initiative
01:15:32: enthält.".
01:15:33: Die zentrale Forderung lautet, Schutz darf sich nicht auf Polizeikonzepte beschränken.
01:15:38: Nötig sind auch Präventionen verlässliche Förderungen von Beratungsstellen und ein entschlossenes Vorgehen gegen queerfeindliche
01:15:45: Ideologien.".
01:15:47: Auch die Diskussion um eine Ergänzung des Artikel drei des Grundgesetzes um das Merkmal der sexuellen Identität wurde in diesem Zuge wiederaufgenommen.
01:15:57: Befürworte in ein Argumentieren einfache Gesetze könnten mit einer politischen Mehrheit wieder zurückgenommen werden.
01:16:04: Ein ausdrücklicher Verfassungsschutz wäre deutlich stabiler, für eine Änderung braucht es allerdings eine zweidrittel
01:16:11: Mehrheit.".
01:16:24: Das war Lehrradio.
01:16:26: Nächstens mal hören wir uns wieder am achtzehnten Oktober dann zum Thema Hamburg International Queer Filmfestival.
01:16:35: Da werden einige Leute im Studio sein, die das dann zu Ende gehende Festival miteinander diskutieren und eine kleine Nachlese veranstalten.
01:16:44: Darauf freuen wir uns immer am dritten Sonntag im Monat von fünfzehn bis siebzehn Uhr auf fsk-hh.org oder im Radio auf drei neunzig Punkt Null Megahertz!
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